Archiv der Kategorie 'Ret Marut/B. Traven'

Der Ziegelbrenner – Vernichtet die Presse!

Menschen!
Ihr habt nur einen Feind. Er ist der verkommenste von allen. Tuberkulose und Syphilis sind furchtbare Seuchen, unter denen der Mensch leidet. Unermeßlich furchtbarer, tückischer und bösartiger am Körper und an der Seele des Menschen wütet die alles verheerende Seuche: Oeffentliche Hure Presse. Jede Revolution, jede Befreiung des Menschen verfehlt ihren Zweck, wenn nicht zuerst die Presse erbarmungslos vernichtet wird. Alle Sünden werden dem Menschen vergeben, die Sünde wider den Geist wird dem Menschen in Ewigkeit nicht vergeben. Vernichtet die Presse, peitscht ihre Zuhälter aus der Gemeinschaft der Menschen und es wird Euch Vergebung werden für alle Eure Sünden, die Ihr begingt oder die Ihr noch begehen werdet. Keine Versammlung, keine Zusammenkunft von Menschen darf vor sich gehen, ohne daß nicht Euer gellender Schrei ertönt: Vernichtet die Presse!

(Der Ziegelbrenner, n°15, 30. Januar 1919)

Ret Maurt/B. Traven – Die Welt-Revolution beginnt (1919)

Die Welt-Revolution beginnt

Halloh, Ihr Menschen! Halloh, Ihr Männer und Frauen
der Revolution! Halloh! Gruss Euch allen, Ihr Brüder der
kommenden Welt-Republik! Gruss Euch, Ihr Menschen des
heiligen Weltbürgertums, das auf dem Wege ist! Halloh, Ihr
Menschen! Halloh!
Ich gehöre weder der Sozialdemokratischen Partei an, noch
bin ich ein Unabhängiger Sozialist. Ich gehöre weder der Spartacus-Gruppe an, noch bin ich ein Bolschewist. Ich gehöre
keiner Partei, keiner politischen Vereinigung an, welcher Art
sie auch immer sei; weil weder Parteien noch Programme,
weil weder Proklamationen noch Versammlungsbeschlüsse mich
vor dem Welt-Unglück beschützen konnten.

Ich kann keiner Partei angehören,

weil ich in jeder Partei-Zugehörigkeit eine
Beschränkung meiner persönlichen Freiheit erblicke, weil die
Verpflichtung auf ein Partei-Programm mir die Möglichkeit
nimmt, mich zu dem zu entwickeln, was mir als das höchste
und das edelste Ziel auf Erden gilt:

Mensch sein zu dürfen!

(Der Ziegelbrenner, n°15, 30. Januar 1919 – Auszug)

Ret Marut/B. Traven – Sieben Antlitze der Zeit (1921)

Sieben Antlitze der Zeit
Es heißt „der“ Zeit. Wer will, mag lesen „unserer“ Zeit. Keinesfalls aber darf es heißen „meiner Zeit“. Denn meine Zeit ist es nicht, die hier mit brutaler Offenherzigkeit in grausiger Wahrheit grinst. Meine Zeit steht im wilden Gegensatz zu der Zeit. Mit der Zeit, die hier lottert und ludert, habe ich keinerlei Gemeinschaft. Ich bin kein Zeitgenosse. Der, der in dieser Form Antlitz gab „der“ Zeit meinte, die Zeichnungen stünden in krassem Gegensatz zu den Worten, die den Antlitzen folgen. Ich wollte, sie ständen in einem zehnfach stärkeren Gegensatz zu den Worten. Aber es gibt keinen „stärkeren“ Gegensatz. Es gibt nur Gegensatz. Gegensatz, wie ich ihn empfinde, hat kein Adjektiv. Sage ich „wilder“ Gegensatz oder sage ich „lodernder“ Gegensatz, so sind dies keine Betonungen, sondern Ausschmückungen. Der Geist friert und mochte sich am Herzblut erwärmen. Der Geist empfindet Gegensatz: der erste Gedanke stürmt in die Welt. Die Materie empfindet Gegensatz: die erste Urzelle schließt sich: das Atom wird ein Individuum. Gegensätze: die schweigende Harmonie des Alls, die beseelte Einheit aller Dinge.







(Der Ziegelbrenner, n°35/40, 21. Dezember 1921)

Ret Marut/B. Traven – Gegensatz (Auszüge, 1921)

Ich kann nicht hinaus aus meinem Tag.
Aber ich stehe über ihm. Ich will und es ist. Konnte je ein König mehr? Eine Regierung über mich?
Wo?
Und wenn ich die Regierung nicht anerkenne!
Ich brauche nur zu wollen, und sie ist nicht mehr.
Eine Regierung ohne Regierte. Wo ist die Regierung?
Ich habe keine, da ich sie nicht achte, da ich sie nicht anerkenne.
Sie kann mich töten. Wäre sie darum Regierung?
Ein Stein, den ein Knabe nach mir wirft, kann mich töten, ein durchgehendes Pferd kann mich töten. Sind Knabe, Stein, Pferd darum Regierung?
Aber ich lege meine Hände in den Schoß.
Ein Regierungssoldat kann mich an nützlicher Arbeit — und nur notwendige Arbeit ist nützliche — hindern. Ein einziger Soldat Aber tausend Regierungssoldaten, die Kanonen haben und Tanks, können mich nicht zwingen, Arbeit zu leisten Sie können mich zwingen, an der Arbeitsstelle zu stehen, aber sie können nicht erzwingen, daß die Arbeit, zu der sie mich zwingen, brauchbar ist.
Wer Ohren hat zu hören, höre!
Wer Hände hat zu fühlen, fühle!
Gibt es eine Regierung, die über mir steht?
Sie kann mich töten. Jedoch ich verliere nichts dadurch, ich gewinne. Ein Getöteter ist ein Ankläger, den kein Gericht und keine Gefängnismauern zum Schweigen bringen können.
Die Regierung kann mich töten. Ich verliere nichts dadurch. Aber die Regierung verliert einen Mann, von dem sie hoffte, daß sie ihn regieren dürfte. Was aber ist eine Regierung ohne Männer, die nicht regiert werden können?
Und wenn mir mein Nichtregiertwerdenwollen mehr wert ist als mein Leben ? Mein Leben ist begrenzt, Regiertwerden ist unbegrenzt.
Oh, wie arm bist du, Regierung! Du Regierung, die du wähnst, zu regieren und die du doch nicht bist, wenn ich dich verneine.
Oh, wie arm seid ihr, ihr in euren Versammlungen, wo ihr redet und nicht handelt:
Ihr füllt euch mit Haß gegen Noske, der in seiner ersten Bluttat schon seinen Untergang sich selbst verordnete.
Euer Haß gegen ihn ? Wer kein Gewissen hat und keine Seele, wird von Haß nimmermehr getroffen. Und wie könnte Haß ihn treffen, da er die Liebe nicht kannte, da er nur Führer war, der die Geführten gebrauchte, um Herrscher werden zu können.
Hat ein einziger eurer Führer ein anderes Ziel, als über euch herrschen zu können oder um mit euch andere zu beherrschen?
Seid jeder selbst ein Führer!
Sei jeder sein eigener Führer!
Ich brauche keinen Führer. Wozu denn ihr, die ihr gut seid wie ich, die ihr denken könnt wie ich?
Ich will niemand erziehen.
Ich will niemand überzeugen.
Ich will niemand bekehren, denn wenn ihr denket, so werdet ihr die Wahrheit wissen und werdet wissen, was zu tun ist.
Denket! Dies von euch zu fordern, da ihr doch Menschen seid und denken könnt, ist mein Recht. Mein Recht. Mein urewiges Recht.

Denket! Aber ihr könnt nicht denken, weil ihr Statuten braucht, weil ihr Vorstands»Mitglieder wählt, weil ihr Minister einsetzet, weil ihr Parlamente braucht, weil ihr ohne Regierung nicht leben könnt, weil ihr ohne Führer nicht leben könnt.
Ihr gebt eure Stimmen ab, damit ihr sie verliert und wenn ihr sie für euch gebrauchen wollt, so habt ihr keine mehr, so fehlen sie euch, weil ihr sie abgegeben habt.
Denket! Nichts anderes braucht ihr zu tun. Werdet euch eurer ruhigen Passivität bewußt, worin eure unüberwindliche Macht beruht. Laßt getrosten, unbekümmerten Mutes das Wirtschaftsleben zusammenbrechen, es hat mir keinen Segen gebracht und auch nicht euch.
Laßt mit Bewußtsein die Industrie verfaulen, sonst werdet ihr an der Industrie verfaulen.
Ihr streikt. Bravo, ihr Knechte! Die Industrie wird fett durch eure Streiks und ihr verhungert. Ihr streikt und siegt. O, ihr Sieger! Ein mageres Brötchen habt ihr ersiegt: aber der Besiegte fand auf eurem Siegerfest zwei Landgüter. Oh, ihr Sieger! Ihr Versieger! Euer Führer ward dabei Minister, ihr stolzen Sieger!
Ihr braucht kein Plüsch-Sofa in eurer Wohnung.
Das Plüsch « Sofa, das ihr habt, ist das Zeichen eurer Knechtschaft. Solange ist das Plüsch-Sofa zu eurem Glücke nötig, so lange ihr Sklaven seid.

Eure Fuhrer haben nie an sich gedacht, sie haben mir an das Volk gedacht und an das Proletariat.
Den Erfolg sehet ihr jetzt. Hätten sie nur an sich gedacht, hätten sie sich nur auf sich selbst besonnen, so wären sie Menschen geworden, So aber wurden sie Parteipäpste und ihr Heloten.
Meinen eigenen Gesetzen will ich leben. Mein eigener König, dessen einziger Bürger ich gleichzeitig bin, will ich sein. Keine Regierung über mir und keine Regierten neben mir.
Tut desgleichen! Saget: Ich will! Saget: Ich will nicht! Ich bedarf eurer nicht. Weder zum führen, noch zum geführt werden. Nicht weil ich stark bin, nicht weil ich mich überhebe, sondern weil ich Wucher treibe mit meinem Denken. Weil ich das Pfund, das jedem Menschen gegeben ist, nicht gebrauche, damit ein anderer Wucher damit treibe und ich zur Knechtschaft verdammt werde.
Tut desgleichen!
Wenn ich ein Haus bauen will, das zu bauen meinen beiden Händen zu schwer wird, so will ich euch bitten: Helft mir! Dann mögt ihr kommen und ich will euch ein Gleiches tun, wenn ihr der Hilfe bedürftig seid.
Aber ich komme gewiss nicht, euch zu sättigen, damit ihr brauchbarere Sklaven werdet: Rußland. Mein Leben ist sicher, so lange ich das Leben meiner Mitmenschen heilig achte. Ich brauche keine Sicherheits-Wache vor meinem Hause, weil man mir nichts stehlen kann. Plünderer gibt es immer nur da, wo ein Mensch mehr besitzt als er braucht und der
andere nicht satt wird.
Ihr aber braucht die Polizei. Wenn sich zwei von euren Weibern streiten, so laufen sie zur Polizei. Wenn euch jemand einen alten Pantoffel wegnimmt, so holt ihr die Polizei. Durch euch wird die Polizei fett, durch euch mästen sich die Richter. Ihr ruft die Polizei und gebt ihr dadurch das Recht, ihre Notwendigkeit zu beweisen.
Aber ich sage euch: Zehnmal besser und in Ewigkeit besser ist es, daß die Polizei euch holt, als daß ihr die Polizei holt. Wer die Polizei braucht, der wird von ihr gefressen/ aber wer sie nicht braucht, der wird sie vernichten.

Darum zerstöre das Wirtschaftsleben nicht nur von innen, sondern auch von außen. Auf den Ruinen der Industrie erblüht deine Freiheit, nicht auf ihren Festungen und Schlössern.
Lass‘ dein Geld von den Würmern und Maden zerfressen, erzwinge den zwanzigfachen Lohn und verringere deine Arbeit auf den hundertsten Teil deines Könnens und es wird dir tausendfachen Segen bringen.
Weihrauch in der Kirche und Geschwätz in den Versammlungen ist dasselbe. Eine Zeitung lesen oder gar bezahlen und Kirchenlieder auswendig lernen führt zum gleichen Ziel.
Kein Gott wird dir helfen, kein Programm, keine Partei, kein Führer, kein Stimmzettel, keine Masse, keine Einigkeit. Nur ich selber kann mir helfen. Und in mir selber werde ich allen Menschen helfen, deren Tränen fließen.
Ich helfe mir. Hilf du dir, Bruder! Handle! Sei Wollen! Sei Tat!
Du schreist: Es lebe die Welt-Revolution! Es klingt sehr gut. Aber sind die Telegraphenkabel schon in deinen Händen? Hast du schon eine Rotations-Maschine in die Luft gesprengt? Du schreist: Es lebe die Welt-Revolution I Aber dein Bruder, den du umarmt halst, hört den Schrei schon nicht mehr. Wie könnte ihn da die Welt hören?
Kaufe dir keinen Sonntagsrock und schäme dich nicht, daheim auf einer Kiste zu schlafen und ohne Hosenboden lachend durch die elegantesten Straßen zu gehen, das ist mehr getan für die Revolution als die Internationale zu singen und den Hokuspokus zu studieren, den dir die Päpste aus Berlin und Moskau verkaufen.

Von jeher wurden freie Völker umso leichter unterjocht, je leichter es war, sie zu überreden, dass mit einer Kattunhose bekleidet zu sein schöner aussehe, als nackt herum zu laufen. Die Kattunhosen, die sie garnicht brauchten, die in ihnen nur den Glauben erweckten, sie würden dadurch dem europäischen Bürger ebenbürtig, machten sie zu ausgebeuteten Knechten.
Die elende Glasperlenkette der Negerin und das Plüsch-Sofa der Proletenfrau ist dasselbe. Es macht den Mann und die ganze Klasse zu Heloten.

Flicke nicht, was zerreißen muß!
Halt nicht fest, was zusammenbrechen muß! Bricht ein Stein aus den Zwingburgen des Wirtschaftslebens und aus den Festungen der Industrie, so wirf gleich hundert Steine hinterher.
Hebst du nur einen einzigen der herausbrechenden Steine auf und fügst ihn gar wieder ein, so ist dein Verrat nichtswürdiger als der Verrat eines Spions, der dich umlauert.
Entreiße deinem Gegner seine schärfsten Warfen.
Seine schärfsten Waffen sind nicht Kanonen und Soldaten. Gold ist weniger wert als loser Sand, wenn deine Arbeit nicht dahinter steht.
In der Industrie willst du deine Ketten von dir streifen? Mit dem blühenden Wirtschaftsleben willst du deinen Gegner niederringen? Sagte ich es nicht, daß du ein Bürger bist, weil du wie ein Bürger denkst? Die Sache des Bürgers kann nie die deine sein!
Die Industrie, die dem Bürger Macht gab, dich zu knechten, kann dir nie Freiheit oder Leben bringen.
Die Industrie, die ist, kann nie die Gleiche sein, der du bedarfst. Die Industrie, die ist, bringt nichts anderes hervor als Waffen, dich zu knechten.
Die Industrie, die Reichtum deinem Leben geben soll, kann nur wachsen auf den zerstäubten Trümmern der Industrie, die ist.
Der Führer wird dir es anders sagen. Darum ja ist er ein Führer und darum ja bist du ein Angeführter.
Kinder-Erzeuger bleiben in Knechtschaft. Sklaven erzeugen: Kinder. Jedes Kind, das du erzeugst, ist ein Ring in deiner Sklavenkette. Kauf dir ein Plüsch-Sofa und zeuge ein Kind, beides ist das Gleiche, beides führt zum gleichen Ziel.

Ich handele! Ich handele, wenn ich mich nicht stark genug fühle, in Aktivität! Ich handele, wenn ich mich stark genug fühle, in Passivität! Das zweite ist das Stärkere, denn es stärkt nicht meinen Gegner, der aus meiner Aktivität Kräfte schöpft.
Ich warte nicht auf die Einigkeit; denn ich bin die Einigkeit. Ich warte nicht auf die Masse; denn ich bin die Masse.
Ich warte nicht auf die Revolution; denn ich bin die Revolution.
Ehe die Revolution ist, muß der Revolutionär sein!
Ehe die Masse ist, muß der Einzelne sein!
Ehe die Einigkeit ist, muß der Eine sein, der Selbe!
Das Wort muß sein, bevor das Feldgeschrei und die Parole sein können.
Demokratie ist Mehrheit, Mehrheit ist Herrschaft.
Die Mehrheit ist das Gewand, unter dem der NichtMensch den Dolch verborgen hält. Mehrheit ist die Hirnzeile derer, die nicht zu denken vermögen. Mehrheit ist das Szepter der Betrüger und Halunken.
Abstimmung ist beabsichtigter Betrug, weil der Niedergestimmte im Recht ist. Abstimmung und Mehrheit sind die blutrünstigen Henker des Menschen.

Ob du auf deinen Knien liegst und Gott bittest oder ob du deine Sache in die Hand eines Führers legst, es ist das gleiche.
Ob du dir ein Gebetbuch kaufst oder ein Partei-Mitgliedsbuch, es ist dasselbe.
Wirf das Mitleid von dir, denn Mitleid ist die Revolution des Bürgers.
Beweine nicht die Opfer, die im Kampfe fallen; denn die Träne, die in deinem Auge blinkt, erfüllt den, den du vernichten sollst, mit Siegerhoffen.

Was kümmern dich die Opfer, die von den Zähnen jenes Ungeheuers, das zu vernichten du geboren wurdest, zerrissen wurden? Je größer die Zahl der Opfer ist, die jenes Ungeheuer frißt, umso sicherer sein Tod Gehen selbst Götter an zu vielen Opfern zugrunde, warum nicht um vieles rascher jene Ungeheuer. Ob das Ungeheuer die Opfer frißt oder sich damit belasten muß oder sie in den Straßen faulen läßt, daß sie die Luft verpesten, ist gleich; ihre Maden werden den Leib des Ungeheuers auffressen.
Solange es Hungernde neben Satte gibt, ist das Mitleid der Satten eine Verhöhnung der Hungernden und das Mitleid der Hungrigen mit den Opfern eine Bestätigung und Anerkennung des Rechtes der Satten, satt zu sein auf Kosten der Hungernden.
Höret, so ihr Ohren habt, zu hören! Denket, so ihr Hirne habt, zu denken!
Aber glaubet nicht!
Aber glaubet nichts!
Aber vertrauet nicht!
Vertrauet nur eurer eigenen Kraft!

(Der Ziegelbrenner, n°35/40, 21. Dezember 1921)

Die Revolution findet im Roman statt. Der politische Schriftsteller B. Traven (2009)

Für manche Kritiker sind die Romane des vor 40 Jahren verstorbenen, deutschsprachigen Autors B. Traven nichts als linker, anarchistischer und vulgärer Kitsch. Andere Leser wiederum sehen in ihnen eine tiefgründige Sozialkritik. Für sie ist B. Traven ein politischer Schriftsteller, der in seinen Werken – so etwa in „Die Weiße Rose“ oder im „Totenschiff“ – die negativen Seiten eines verantwortungslosen Kapitalismus aufzeigt, aber auch gesellschaftliche Missstände und Menschenrechtsverletzungen energisch anprangert. Seine Bücher schienen den Nerv der Zeit getroffen zu haben, sie erreichten Millionenauflagen, wurden zu wahren Best- und Longsellern. Und auch heute, in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Migrationsproblematik, stellt sich erneut die Frage nach der Aktualität seiner Texte.

SWR2 (17.12.2009)
Eine Sendung von Rolf Cantzen.

25 Min.

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