Archiv der Kategorie 'Materialien'

„Einstellung zum demokratischen Staat: Bedenkenfrei“

Susanne Meinl/Joachim Schröder, „Einstellung zum demokratischen Staat: Bedenkenfrei“ – Zur Frühgeschichte des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz (1949-1965) [Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, 2013 ]

Sozial.geschichte Online n°10 (2013)

Wie ein dreibändiges Meisterwerk der europäischen Geschichtsschreibung unter den Bedingungen deutscher Kriegsgefangenschaft entstehen konnte und in welchem Verhältnis das Konzept der longue durée, das in diesem Werk eingeführt und exemplarisch angewendet wurde, zur Situation des Kriegsgefangenen steht, sind Fragen, denen Peter Schöttler im vorliegenden Heft von Sozial.Geschichte Online nachgeht. Zu Schöttlers Aufsatz über Braudels historiographische Tätigkeit in den Offizierslagern von Mainz und Lübeck gesellt sich in der Rubrik „Forschung“ David Templins Untersuchung der Hamburger Lehrlingsbewegung der späten 1960er und frühen 1970er Jahre; sie erweitert die in früheren Heften von Sozial.Geschichte Online geführte Debatte über „1968“ um die Darstellung einer lange Zeit ignorierten Akteurs gruppe und fordert zur Revision noch immer gängiger Vorstellung von einer reinen Studentenrevolte auf.

In der Rubrik „Zeitgeschehen“ berichtet Helmut Dietrich über die aktuelle Situation in Mali, wobei eine besondere Qualität dieses Textes darin besteht, dass er diese Situation im Kontext der längeren Geschichte der arabischen Revolten betrachtet. Zurück nach Europa geht es in den Beiträgen von Kristin Carls und Maurizio Coppola, die die sowohl in der sozialwissenschaftlichen Forschung als auch in der gesellschaftlichen Debatte bedeutende Frage nach der Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse durch inhaltlich wie methodisch originelle Perspektiven bereichern.

Inhalt / Contents

Forschung / Research

Peter Schöttler:
Fernand Braudel, prisonnier en Allemagne: face à la longue durée et au temps présent

David Templin:
Zwischen APO und Gewerkschaft. Die Lehrlingsbewegung in Hamburg, 1968–1972

Zeitgeschehen / Current Events

Helmut Dietrich:
Nord-Mali / Azawad im Kontext der Arabellion

Kristin Carls/ Gruppo inchiesta redattori precari:
Die prekäre Welt der Bücher und Zeitschriften. Alltagskonflikte, Konsens und Widerstand in redaktioneller Arbeit

Maurizio Coppola:
Prekarität, Migration, Widerstand – am Beispiel der Schweiz

Diskussion / Discussion

Karl Heinz Roth:
Wages of Destruction? Adam Toozes Auseinandersetzung mit der Wirtschaftspolitik des deutschen Faschismus

Buchbesprechungen / Book Reviews

Cordia Baumann / Sebastian Gehrig / Nicolas Büchse (Hg.), Linksalternative Milieus und Neue Soziale Bewegungen in den 1970er Jahren (David Templin)

Michael März, Linker Protest nach dem Deutschen Herbst. Eine Geschichte des linken Spektrums im Schatten des ‚starken Staates‘ 1977–1979 (Gottfried Oy)

Hanno Balz / Jan-Hendrik Friedrichs (Hg.), „All We Ever Wanted …“. Eine Kulturgeschichte europäischer Protestbewegungen der 1980er Jahre (Jan Bönkost)

Michael Bakunin, Ausgewählte Schriften (Max Henninger)

Karl Heinz Roth / Jan-Peter Abraham, Reemtsma auf der Krim. Tabakproduktion und Zwangsarbeit unter der deutschen Besatzung 1941–1944 (Oliver von Wrochem)

PDF

Etudier Marx dans le texte (télécharger les Marx-Engels-Werke)

Sur ce site – stalinien –, on pourra télécharger tous les volumes des Œuvres de Marx et Engels (Marx-Engels-Werke) au format PDF. C’est tout de même plus pratique que de les empiler sous la table de la cuisine ou dans le couloir.

Rechtskritik bei Marx und Paschukanis

In unserer modernen Gesellschaft scheint ein Leben ohne Recht nicht denkbar zu sein. Alle Lebensbereiche von der Mietwohnung bis zur Ausländerbehörde sind juristisch konstituiert. Die Frage, was Recht eigentlich ist – sowohl dem Inhalt als auch der Form nach –, und welche gesellschaftlichen Ursachen es hat, wird in täglichen Auseinandersetzungen und sozialen Kämpfen oft gar nicht mehr gestellt. Woher kommt die Vorstellung, alle Menschen seien frei und gleich? Was steckt hinter der formellen Gleichheit? Wieso nehmen bestimmte gesellschaftliche Beziehungen Rechtsform an? Wie kommt es zur Herausbildung des bürgerlichen Rechts und des modernen Staates? Die Marxsche Kritik der Politischen Ökonomie erschöpft sich keineswegs in einer Wirtschaftstheorie, sondern versteht sich vielmehr als Versuch einer allgemeinen Analyse der bürgerlichen Gesellschaft. So finden sich bei Marx Ansätze einer Rechts- und Staatsphilosophie, an die der sowjetische Rechtssoziologe Eugen Paschukanis (1891-1937) anknüpft. Er entwickelt den durch Rechtsverhältnisse vermittelten gesellschaftlichen Zusammenhang aus dem Warentausch heraus. Danach sind kapitalistische Tauschbeziehungen unlösbar mit Rechtsverhältnissen verbunden: Warenbesitzer treten sich als freie und gleiche Rechtssubjekte gegenüber, denn die „Waren können nicht selbst zu Markte gehen und sich nicht selbst austauschen“ (Marx).

Tagung der RSL – Marx-Frühjahrsschule (3-5.05.2013)


Eine Einführung (mit Andreas Arndt, Andreas Harms und Andrea Maihofer)


Woher kommt der Staat? (mit Ingo Elbe und Heide Gerstenberger)


Kritik der Kritiken – Kontroversen um Paschukanis (mit Andreas Fisahn, Ozren Pupovac und Simon Birnbaum)

Reader Paschukanis

Eugen Paschukanis – Allgemeine Rechtslehre und Marxismus (PDF)

Marx & the city

Le capitalisme, explique David Harvey, ne résout pas les problèmes que provoquent ses crises, il les déplace. Impossible, dès lors, d’en décrire le fonctionnement sans y intégrer la dimension spatiale. Difficile, inversement, de comprendre et de résister aux mutations des villes modernes sans puiser dans la boîte à outils marxienne. Rencontre avec un homme qui fait de la politique en géographe, au moment où paraît en français Paris, capitale de la modernité.

Entretien avec David Harvey [Vacarme n°59, printemps 2012], à lire en ligne sur le site de Vacarme (merci à Oberdada).