Archiv der Kategorie 'Karl Korsch'

Kritische Justiz (Online-Archiv, 1968-2007)

Seit einiger Zeit online ist das gesamte Heftarchiv der „Kritischen Justiz“ (bis 2007).

U.v.a.

Lutz Unterseher: Bürgerliches Arbeitsrecht oder die Zerstörung der formalen Rationalität (2/1968)

Jürgen Seifert: Verrechtlichte Politik und die Dialektik der marxistischen Rechtstheorie (2/1971)

Karl Korsch: Jus belli ac pacis im Arbeitsrecht/J. Seifert: Anmerkung zu Korschs Rechtstheorie (2/1972)

Norbert Reich: Marxistische Rechtstheorie zwischen Revolution und Stalinismus – Das Beispiel Pašukanis (2/1972)

Erhard Lucas: Ausnahmezustand in den ersten Jahren der Weimarer Republik (I) (2/1972)

Erhard Lucas: Ausnahmezustand in den ersten Jahren der Weimarer Republik (II) (4/1972)

Falco Werkentin: Karl Marx über die ‚positiven‘ Seiten des Verbrechens – oder die Folgen einer Glosse in der westlichen Kriminalsoziologie (4/1972)

Roderich Wahsner: Das Arbeitsrechtskartell – Die Restauration des kapitalistischen Arbeitsrechts in Westdeutschland nach 1945 (4/1974)

Bernhard Blanke: Der deutsche Faschismus als Doppelstaat (3/1975)

Thomas Blanke: Rechtstheorie und Propaganda. Notizen zu Aufsätzen von E. Pašukanis aus der Stalin-Ära (4/1979)

Alfred Söllner: Ein (un)deutsches Juristenleben – Franz Neumann zum 80. Geburtstag (4/1980)

Jürgen Seifert: Theoretiker der Gegenrevolution – Carl Schmitt 1888-1985 (5/1985)

Forces productives I

Korsch fait remarquer que le célèbre passage de Marx : « Jamais une formation sociale ne disparait avant que soient développées toutes les forces productives qu’elle est assez large pour contenir, et jamais des rapports de production supérieurs ne se mettent en place avant que les conditions matérielles de leur existence aient muri au sein même de l’ancienne société » est la forme plus abstraite de l’idée que Marx avait formulée dans sa polémique contre Proudhon : « De tous les instruments de production, le plus grand pouvoir productif, c’est la classe révolutionnaire elle-même. L’organisation des éléments révolutionnaires comme classe suppose l’existence de toutes les forces productives qui pouvaient s’engendrer dans le sein de la société ancienne. » (K. Korsch, Karl Marx, Paris, 1971, p. 246) Ce qui permet, ainsi entendu, de faire disparaitre une certaine incohérence dans la théorie marxienne de la révolution : « … cette théorie présente la révolution tantôt comme un phénomène absolument conditionné par le développement objectif des forces productives, tantôt – et d’une façon tout aussi péremptoire – comme l’action bien réelle d’hommes concrets et unis au sein d’une classe sociale déterminée, en lutte contre d’autres classes sociales, avec toutes les chances et tous les risques qu’une telle action pratique comporte. » (Korsch, op. cit., p. 245)

Voir : Michael Mauke, Die Klassentheorie von Marx und Engels, Francfort/Main, 1970.

Karl Korsch – Arbeitsrecht für Betriebsräte (1922)

Vorwort
Als ich vor etwa einem halben Jahre zum ersten Male den Plan erwog, meine bisher nur mündlich in Gewerkschafts-, Betriebsräte- und Volkshochschulkursen in vielen thüringischen Städten vorgetragene Darstellung der Grundzüge des neuen deutschen Arbeitsrechts auch in Buchform der proletarischen Öffentlichkeit zu unterbreiten, schwebte mir als Buchtitel zunächst die Überschrift „Der Betriebsrat im Klassenkampf“ vor. Diese Überschrift sollte, zusammen mit dem gleichfalls schon damals ins Auge gefaßten Motto, den Grundgedanken zum Ausdruck bringen, dessen Ausführung das ganze Werk dient. Es handelte sich darum, nicht mehr bloß in abstrakter Weise zu sagen, daß alles Recht Klassenrecht sei, und somit auch vom Standpunkt des Klassenkampfes aus behandelt werden müsse, sondern diesen Gedanken einmal konkret durchzuführen und zum ersten Male ein ganzes Rechtsgebiet bis in seine konkreten Einzelheiten unter dem methodisch streng durchgeführten Ge-sichtspunkt des Klassenkampfes darzustellen. Das vorliegende Buch, welches auf diesem methodischen Grundprinzip nun wirklich aufgebaut ist, hat gleichwohl einen anderen‘Titel annehmen müssen. Ich glaubte, meine proletarischen Leser nicht fälschlich in den Glauben setzen zu dürfen, daß sie in diesem, vorwiegend mit organisatorischen und juristischen Fragen befaßten Büchlein nun alles, oder auch nur das Wichtigste finden würden, was der Betriebsrat in der Praxis des Klassenkampfes braucht. Umso weniger mochte ich diesem Irrtum Vorschub leisten, als ich in meinen Kursen sehr stark den Eindruck gewonnen habe, daß das Interesse der deutschen Arbeiterschaft für Fragen der Organisationstechnik und der juristischen Konstruktion schon an sich ein übermäßig großes ist und den sonstigen, teilweise viel wichtigeren Fragen des proletarischen Klassenkampfes zuviel Raum wegnimmt. Um also von vornherein Klarheit darüber zij schaffen, daß nur die Rechtsfragen des proletarischen Klassenkampfes in diesem Buche behandelt werden, habe ich den neuen Titel ,‘,Arbeitsrecht für Betriebsräte“ gewählt. Auch dieser Titel ist noch etwas zu weit, da das vorliegende Büchlein nur ein Teilgebiet des Arbeitsrechts, das Recht der Arbeitsverfassung, vollständig zur Darstellung bringt. Weil aber dieses Problem der „ArbeitsVerfassung“, vom Standpunkt des proletarischen Klassenkampfes aus betrachtet, zweifellos das Grundproblem des gesamten Arbeitsrechtes überhaupt ist, und zugleich dasjenige Problem des Arbeitsrechts, welches speziell den „Betriebsräten“ am nächsten liegt, so mag diese kleine Ungenauigkeit des Titels immerhin in den Kauf genommen werden. Vielleicht ist es mir möglich, diesem Bändchen noch andere nachfolgen zu lassen, so daß dann schließlich die ganze Reihe auch die größeren Erwartungen einmal erfüllt, die der Titel des ersten Bandes erregt hat. Der großen Mängel dieses ersten Versuches bin ich mir schmerzlich bewußt, und für alle kritischen Hinweise, besonders wenn, sie aus der Praxis des Klassenkampfes kommen, werde ich herzlich dankbar sein.
Wie sein Titel deutlich sagt, ist dieses Buch für Proletarier geschrieben. Sollten bürgerliche Gelehrte es gleichwohl lesen, um den Standpunkt ihres Gegners kennen zu lernen, so ist dagegen an sich nichts einzuwenden. Sie mögen sich aber bei der Kritik dieses Buches nicht allzu lange bei seiner ausgesprochen politischen Tendenz aufhalten, sondern lieber mit dem sachlichen Gehalt sich auseinandersetzen. Ohnedies weiß heute jeder Verständige, daß in Büchern über sozialrechtliche Fragen, die angeblich „rein wissenschaftlich“ und „voraussetzungslos“ geschrieben sind, die unausgesprochene politische Tendenz des Autors seine sachliche Stellungnahme häufig in fast lächerlicher Weise beeinflußt, während umgekehrt in ausgesprochenen Tendenzschriften exakte wissenschaftliche Untersuchungen angetroffen werden. Wie es aber überhaupt möglich ist, daß in einem ausgesprochen politischen Buch zugleich eine exakt wissenschaftliche Erforschung geltenden Rechts enthalten ist, oder am Ende gar nur in einem solchen politischen Buch eine wirklich exakte wissenschaftliche Rechtsforschung enthalten sein kann, dieses Geheimnis vermag nur der zu begreifen, der sich mit der marxistischen Gesellschaftsauffassung. auseinandergesetzt und die Konsequenzen erfaßt hat, die sich aus dieser Auffassung für die Rechtsbetrachtung ergeben. Alle anderen, die sich selbst noch für „voraussetzungslose“ Rechtsforscher halten, dreschen leeres Stroh, wenn sie sich an der Widerlegung der Grundgedanken dieses Buches versuchen. Sie werden von ihrer „Voraussetzungslosigkeit“ niemanden überzeugen, als diejenigen, die sie gar nicht erst zu überzeugen brauchen, da sie mit ihnen schon von vornherein auf dem gemeinsamen Boden einer und derselben unbewußten Voraussetzung stehen: Aus guten Gründen hat Karl Marx schon im Jahre 1845 speziell den Juristen als den eigentlichen „Ideologen des Privateigentums“ bezeichnet!

Jena, Ende Juni 1922.

Karl Korsch.

Nachlass Helmut Hirsch (Leo Baeck Institute)

Biographie

Inventar 1 (Archive.org)

Inventar 2 (Leo Baeck Institute)

u.a.

Briefwechsel mit Georges Haupt (1968, 1976)

Briefwechsel mit Willy Huhn (1950-1955)

Briefwechsel mit Henry Jacoby (1949-1971)

Briefwechsel mit Karl und Hedda Korsch (1943-1947)

Briefwechsel mit Maximilien Rubel (1951-1980)
(Teil. 2)
NB. Siehe in diesem Zusammenhang auch: Maximilien Rubel – Die Marx-Legende oder Engels als Begründer (1970)

Manuskript: Sozialismus: Ideal von Gestern oder Heute? Zum Lebenswerk von Henry Jacoby (Westdeutscher Rundfunk, Sendung vom 9.10.1974, 21.15-22.00 Uhr)

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Lettre de Georges Haupt à Helmut Hirsch, Paris, 28 novembre 1968.

Mon cher collègue,

J’ai lu avec beaucoup d’intérêt votre passionnant manuscrit (1) et je pense que vous avez atteint l’objectif recherché : présenter au public allemand une biographie vivante d’un personnage fascinant. Je ne m’étendrai pas sur les éloges. Je voudrais vous communiquer certaines de mes observations critiques. Elles ont de deux natures, concernant d’une part ce qui existe, d’autre part ce qui est absent.

1) ce qui existe :

p. 14 Il me semble que vous interprétez de manière totalement erronée les divergences de Rosa avec le PPS concernant l’indépendance de la Pologne. C’est loin d’être un simple cheval de Troie pour entrer dans les rangs du SPD : nous touchons ici un des points essentiels : la conception de Rosa du problème national. Je pense que ce serait là la place où accorder une page à ce problème crucial qui fait totalement défaut à votre manuscrit (en passant je vous signale que vous pourrez même trouver des éléments pittoresques dans la correspondance d’un des leaders du PPS, Jedrzejowski, avec Labriola que j’ai publiée dans les Annali Istituto Feltrinelli, III, 1960, p. 226-230.

p. 62 Au lieu d’essayer de donner un résumé de la portée théorique de l’ouvrage de Rosa, L’accumulation du Capital, vous présentez un compte-rendu du livre de Nettl, à la fois dans la forme et le contenu. Je pense que les appréciations du livre de Nettl qui sont valables et auxquelles je souscris totalement sont ici inutiles.

p. 100 Votre présentation de Rosa – de son Rutspa, est erronée dans la mesure où hélas vous avez passé sous silence l’aspect le plus important de l’activité de Rosa dans le SPD d’avant 1914 (1911-1914). Les divergences avec le Vorstand y compris Kautsky deviennent d’une importance capitale et concernent cette fois-ci non plus la tactique mais toute une vision stratégique. Rosa devient le chef des Linksradikalen et il suffit de lire la correspondance de Kautsky, Ebert, etc. pour se rendre compte des dimensions de ces divergences et de l’inquiétude que provoquèrent les « Rosa Leute ».

2) Maintenant quelques observations sur ce qui, je pense, manque dans le livre.
D’abord, et cette remarque me semble essentielle, vous avez laissé presque complètement dans l’ombre la pensée théorique et politique de Rosa, bref ce qui fut codifié sous le nom de luxemburgisme (par ex. : sa vision de l’action de masse, de la spontanéité, spontanéité et organisation, etc.) Or, en ce moment précis, à la lumière des préoccupations du SDS en Allemagne, ces problèmes sont d’une grande acuité.
Vous parler [sic] de la participation de Rosa Luxemburg à la vie de l’Internationale mais vous ne mentionnez pas qu’elle est devenue à la veille de 1914 l’un des leaders les plus notoires dans l’Internationale. A ce propos, vous ne pouvez pas passer sous silence ses relations tendues et complexes avec Lénine et les Bolcheviks.

[…]

(1) Il s’agit du livre qui paraîtra l’année suivante chez Rowohlt sous le titre : Rosa Luxemburg in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.

Karl Korsch – E. H. Posse : Le marxisme en France de 1871 à 1905 (1933)

Ernst H. POSSE : Le Marxisme en France de 1871 à 1905. (Berlin, br. in-8, 82 p.)

Cette étude historique suit le développement de la forme sous laquelle s’est exprimée la doctrine marxiste en France depuis la Commune de Paris et la décomposition de la Ire Internationale marxiste, jusqu’au regroupement, sous l’influence directe du Congrès de Dresde de la social-démocratie allemande et du Congrès d’Amsterdam de la IIe Internationale, de tous les partis socialistes en Parti Socialiste Unifié en 1905.
Le marxisme est représenté en France dans cette période par l’enseignement de Jules Guesde après la Commune et dont le parti fut toujours traité et considéré comme leur par les deux vieux camarades de Londres. Le marxisme fut ainsi « réalisé » en France durant ce dernier tiers du XIXe siècle sous la forme du guesdisme, exactement comme en Allemagne sous la forme du kautskisme et de même sous diverses formes spécifiques en Italie et en Russie. Mais alors que le marxisme allemand – dans ce pays « d’impuissance démocratique et révolutionnaire » (Jaurès) – ne faisait que s’assurer dans l’ensemble du mouvement socialiste un rôle indiscutable de formation idéologique, le marxisme français – guesdiste – a dû par suite des conditions sociales et politiques très différentes de la IIIe République démontrer dès la première heure de son existence l’exactitude de ses principes théoriques par leur utilité pratique, dans l’action de la classe ouvrière et soutenir une lutte incessante et violente en partie contre les résultats des mouvements socialistes antérieurs, en partie contre les théories et formes de tactique nouvellement écloses de l’évolution en cours.
Posse montre comment le guesdisme abandonna peu à peu son caractère initial radicalement ouvrier et révolutionnaire pour aboutir à l’extrême-droite du mouvement socialiste d’alors, et comment, d’autre part et en même temps, le groupe marxiste de Guesde accomplit un travail d’éducation des plus féconds et imprima son empreinte marxiste à l’ensemble du mouvement d’une manière si profonde qu’elle subsiste encore aujourd’hui.
Devant une évolution si contradictoire, est-il fondé de penser que la victoire formelle de la minorité guesdiste sur la majorité réformiste et centriste du Congrès unitaire de 1905 a signifié en gros une victoire du point de vue révolutionnaire de classe ?
L’auteur n’a pas pris à ce sujet une position claire et univoque. Il laisse, il est vrai, très nettement et suffisamment entendre dans son exposé de la critique du guesdisme comme du kautskisme par les syndicalistes révolutionnaires (Pelloutier, Lagardelle, Sorel) et par les jauressistes qu’il considère ces critiques comme bien fondées, en général.
Cependant, dans son jugement d’ensemble, il reste attaché au schéma conventionnel. Et il en résulte une contradiction insoluble entre la conclusion explicite et les vraies conséquences de sa propre description, ce qui ressortirait davantage si l’auteur ne s’était limité à 1905 et au mouvement politique dans le sens étroit du mot.
L’année 1905 marque en effet le tournant à partir duquel le principe marxiste, avéré dans la phase précédente comme la forme d’évolution la plus puissante de la lutte de classe, se transforme peu à peu en chaîne idéologique pour cette même lutte de classe.
Malgré tout, cette étude de Posse apporte une contribution réelle à la solution du problème difficile d’éclaircir d’une façon scientifique et critique un passage important de l’histoire du marxisme.

La Critique Sociale, II, n°7, janvier 1933, p. 37.