Archiv der Kategorie 'Gustav Landauer'

Anarchiste de l’envers : Gustav Landauer

La revue A Contretemps a mis en ligne l’intégralité du numéro qu’elle a consacré, en mai 2014, à l’exceptionnelle figure de Gustav Landauer, « anarchiste de l’envers ».

« Les choses iront mieux quand les hommes ne joueront plus aucun rôle ; quand ils se comporteront les uns envers les autres, c’est-à-dire quand ils ordonneront leurs relations entre eux, tels qu’ils sont en vérité » : on retrouve, ici, une idée puissante de Landauer, qu’il exprimera ainsi dans son Appel au socialisme : « Le socialisme doit revenir à ses héritiers légitimes, pour qu’il devienne ce qu’il est [déjà]. » Le socialisme, l’unité de l’espèce, est déjà là, existe déjà comme « fait mystique », atemporel, mais sans apparaître dans la réalité, car les hommes, les individus empiriques, isolés et dispersés, continuent d’ordonner leurs relations selon les règles de l’État et du Capital (qui sont plus que de simples choses puisqu’ils ont « absorbé » les relations humaines). Ce qui permet à Landauer de développer une critique « mystique » – et non pas seulement éthique – de la société capitaliste, en ce qu’elle est un monde du faux et de la séparation auquel se livrent les hommes, de rejeter toute forme d’évolutionnisme (le socialisme n’est pas un futur qui n’existe pas encore, mais quelque chose que l’on transforme en réalité) et d’occuper une position « intempestive », surplombant l’actualité journalière et politique. (clic)

Gustav Landauer: Skepsis, Mystik und Anarchie

Gustav Landauer: Skepsis, Mystik und Anarchie. Von Rolf Cantzen (SWR2, 30-01-2015)

Gustav Landauer (1870 – 1919), deutscher Schriftsteller und Politiker
Gustav Landauer (1870 – 1919) ist, wie er selbst schrieb, „etwas unüblich“ und passt „in kein Schubfach“: Als Anarchist verwarf er Gewalt und Terror und bekämpfte den Kriegswahn und Militarismus, den Staat und den Parlamentarismus. Als Individualist plädierte er für eine herrschaftsfreie Gesellschaft, in der sich die Einzelnen zu Gemeinschaften zusammenschließen, gemeinsam arbeiten und die erwirtschafteten Produkte tauschen. Skeptisch blieb er gegenüber den Ansprüchen von Theoretikern, endgültig die Welt erklären zu wollen; er wandte sich einer „gottlosen“ Mystik zu, in der „das Selbstgefühl und die Liebe zusammenschmilzt zur großen Welterkenntnis …“ Die Anarchie, wie sie Landauer versteht, ist „Ordnung und Freiheit, ohne Gewalt“ in einer naturangepassten Gesellschaft.

Manuskript

MP3

Rolf Kauffeldt – Zur jüdischen Tradition im romantisch-anarchistischen Denken Erich Mühsams und Gustav Landauers (1984)

Rolf Kauffeldt, „Zur jüdischen Tradition im romantisch-anarchistischen Denken Erich Mühsams und Gustav Landauers“, Bulletin des Leo Baeck Instituts, vol. 69, 1984, S. 610-623.

scribd

PDF

A Contretemps – L’aventure s’achève…

… en feu d’artifice, sur un numéro consacré à GUSTAV LANDAUER.

(Illustration: Florent Martin)

Narzissmus-Entziehungskur I

Das leben, das uns geliehen ist, an dessen Grenzen nicht bloß nach der Zukunft hin, sondern auch nach der Vergangenheit hin, für die Zeit vor der Geburt, ein Leben der Welt steht, bei dem wir als dieses Einzelwesen, das wir sind, nicht dabei sind, dieses Leben müssen wir ausfüllen mit unserem besten Wesen. Es liegt alles in dem wunderbaren Spruch, der aus dem deutschen Mittelalter überliefert ist:

Ich komme, ich weiß nicht, woher,
Ich fahre, ich weiß nicht, wohin,
Weiß nicht, warum ich so fröhlich bin.

Nur dadurch, daß wir dieses dritte Weiß-nicht in ein Wissen verwandeln; indem wir unser Leben zur Aufgabe wandeln, die wir uns selbst setzen, finden wir auch Beruhigung und Wissen über das Woher und Wohin. Diese Aufgabe hat aber gar nichts mit Ehrgeiz oder äußeren Erfolgen zu tun; wie könnte jedes Menschenkind berufen sein, ein Ausnahmemensch zu sein? Darauf kommt gar nichts an. Unsere Aufgabe ist, gut zu sein; anzuerkennen, durch die Tat und den stillen Umgang im Kleinen und Täglichen, daß die Menschen und alles, was Leben hat, uns nicht als Gegenstände für unseren Genuß gegeben sind, sondern als solche, die in allem Wesentlichen gerade so beseelt sind wie wir.

(Brief von G. Landauer an Gudula Landauer, 30. September 1918 – Gustav Landauer – Sein Lebensgang in Briefen, II, S. 263ff.)