Archiv der Kategorie 'Exzerpte'

Alain Testart RIP (1945-2013)

Triste nouvelle, Alain Testart vient de mourir.

La mort d’Alain Testart prive l’ethnologie d’un esprit brillant et original

Alain Testart : un anthropologue à part

Un des effets les plus curieux de l’Essai sur le don de Mauss est que, tout en faisant l’éloge du don, l’insistance sur la trop fameuse « obligation de rendre » devait finalement oblitérer la distinction même entre donner et échanger. Si l’on pouvait assimiler en effet la suite d’un don et d’un contre-don à un échange, tout phénomène de circulation pourrait sans doute être subsumé sous l’étiquette d’ « échange» : on sait que c’est la voie qu’emprunta Lévi-Strauss, voie dont on sait également qu’elle fut largement suivie. Il en est résulté une sorte de philosophie dont le crédo principal voulait que l’échange soit au fondement de toute vie sociale. Or il est clair qu’une telle opinion n’a pu se former et prévaloir que grâce à la confusion entre échange et réciprocité, à l’assimilation abusive entre don/contre-don et échange, ou grâce à l’oubli d’un concept sociologiquement aussi évident que celui de dépendance. On n’a bientôt plus parlé que « d’échange » et de « formes d’échange » (restreint ou généralisé, en cycle ou pas en cycle, etc., donnant ainsi la prédominance au point de vue cinématique), au lieu de ne voir dans l’échange qu’un cas particulier, très particulier, parmi toutes les formes de circulation ; un cas qui n’est tout au plus au fondement que de quelques sociétés parmi toutes celles dont nous entretiennent l’histoire et l’ethnographie.
L’échange est assurément au fondement de la nôtre, tout le monde le voit, au fondement de notre économie marchande comme de notre idéologie politique, et jusque dans la mode actuelle des « communications ». Mais qui ne voit également que la société de la Chine classique est centrée sur un rapport de dépendance entre le souverain et ses sujets, et nullement sur l’échange ? Qui ne voit que dans des sociétés dominées par la parenté, comme celles de l’Australie aborigène, la vie sociale s’organise en fonction de relations de dépendance réciproques et symétriques, et non point en fonction de l’échange ? Qui ne voit que dans la Côte nord-ouest américaine il s’agit avant tout de dons et de contre-dons, et que ceci vaut dans la vie sociale et économique comme dans les rapports que les hommes entretiennent avec les esprits ? Qui ne voit que dans la plupart des sociétés d’Afrique ou d’Asie du Sud-est, c’est la dette qui joue le rôle principal, tant dans la société que dans la religion, une dette due au titre de dédommagement, dont nous avons souligné la différence avec l’échange ? L’échange n’est pas la clef des sociétés, c’est tout au plus celle d’une société qui, pour être coextensive à l’ensemble du monde, n’en est moins sociologiquement parlant une parmi beaucoup d’autres. L’hégémonie théorique accordée à l’échange n’est que l’effet de l’ethnocentrisme. (Alain Testart, Critique du don, Paris, Syllepse, 2007, pp. 69-70.)

Ici, on pourra écouter Alain Testart…

Ich höre man hat mir vorgeworfen, ich suchte die staatlichen Einrichtungen zu zerstören


W. Whitman, Grashalme, Leipzig, E. Diederichs, 1904, S. 141.

J’apprends qu’on m’a accusé de chercher à détruire les institutions

J’apprends qu’on m’a accusé de chercher à détruire les ins-
titutions,
Mais à vrai dire je ne suis ni pour ni contre les institutions,
(Qu’ai-je en effet de commun avec elles ? Ou de commun
avec leur destruction ?)
Je veux seulement fonder dans le Mannahatta et dans cha-
que ville de ces États, intérieur et littoral,
Et dans la campagne et les forêts et sur chaque carène petite
ou grande qui bossue les eaux,
Sans édifices ni règlements ni directeurs ni aucune discus-
sion,
L’institution de la tendre affection des camarades.

Walt Whitman

(Feuilles d’herbe, traduction intégrale d’après l’édition définitive par Léon Bazalgette, Paris, Mercure de France, 1922, p. 173.)

Victor Klemperer, LTI – Notizbuch eines Philologen (1947)

AUFZIEHEN
Ich ziehe eine Uhr auf, ich ziehe die Kette eines Gewebes am Webstuhl auf, ich ziehe ein automatisches Spielzeug auf: überall handelt es sich um mechanische Tätigkeit, die an einem widerstandslosen, leblosen Ding ausgeübt wird.
Vom automatischen Spielzeug, dem drehenden Brummkreisel, dem laufenden und nickenden Tier, führt der Weg zur metaphorischen Anwendung des Ausdrucks: ich ziehe einen Menschen auf. Das heißt: ich necke ihn, ich mache ihn zur komischen Person, zum Hampelmann; Bergsons Erklärung des Komischen, es bestehe in der Automatisierung des Lebendigen, findet sich hier durch den Sprachgebrauch bestätigt.
Gewiß ist „Aufziehen“ in diesem Sinn ein zwar harmloses, aber doch ein Pejorativ. (So nennt der Philologe jede „verschlechterte“ oder verringerte Wortbedeutung; der Kaisername Augustus, der Erhabene, ergibt als Pejorativ den dummen August, den Zirkusclown.)
In der Moderne bekam „aufziehen“ eine zugleich lobende und doch entschieden pejorative Sonderbedeutung. Man sagte von einer Reklame, sie sei gut oder groß aufgezogen. Das bedeutete die Anerkennung geschäftlicher, werbungstechnischer Tüchtigkeit, war aber zugleich ein Hinweis auf das Übertreibende, das Marktschreierische, das nicht ganz dem tatsächlichen Wert der angepriesenen Sache Entsprechende eines Angebots. Vollkommen deutlich und eindeutig als Pejorativ trat das Verbum auf, wenn ein Theaterkritiker urteilte, der Autor habe die und jene Szene groß aufgezogen. Das hieß, der Mann sei mehr skrupelloser Techniker (und Publikumsverführer) als ehrlicher Dichter.
Ganz im Anfang des Dritten Reichs sah es einen Augenblick so aus, als übernähme die LTI diese metaphorische Tadelsbedeutung. Die nazistischen Zeitungen rühmten als patriotische Tat, daß brave Studenten „das wissenschaftlich aufgezogene Institut für Sexualforschung des Professors Magnus Hirschfeld zerstört“ hatten. Hirschfeld war Jude, und also war sein Institut „wissenschaftlich aufgezogen“ und nicht wahrhaft wissenschaftlich.
Aber wenige Tage später zeigte es sich, daß dem Verbum an sich nichts Pejoratives mehr anhaftete. Am 30. Juni 1933 erklärte Goebbels in der Hochschule für Politik, die NSDAP habe eine „Riesenorganisation von mehreren Millionen aufgezogen, in der ist alles zusammengefaßt, Volkstheater, Volksspiele, Sporttouristik, Wandern, Singen, und wird vom Staat mit allen Mitteln unterstützt“. Jetzt ist „aufziehen“ vollkommen ehrlich, und wenn die Regierung triumphierend Rechenschaft ablegt von der Propaganda, die der Saar-Abstimmung voraufgegangen ist, dann spricht sie von der „groß aufgezogenen Aktion“. Keiner Seele fällt es mehr ein, etwas Reklamehaftes in dem Wort zu finden. 1935 erscheint in deutscher Übersetzung aus dem Englischen bei Holle& Co. „Seiji Noma, Autobiographie des japanischen Zeitungskönigs“. Dort heißt es mit voller Anerkennung: „Jetzt entschloß ich mich …, eine vorbildliche Organisation zur Erziehung studentischer Redner aufzuziehen.“
Die gänzliche Unempfindlichkeit gegen den mechanistischen Sinn des Verbums geht daraus hervor, daß es wiederholt von einer Organisation ausgesagt wird. Hier liegt eine der stärksten Spannungen der LTI offen: Während sie überall das Organische, das naturhaft Gewachsene betont, ist sie gleichzeitig von mechanischen Ausdrücken überschwemmt und ohne Gefühl für den Stilbruch und die Würdelosigkeit solcher Zusammenstellungen wie einer „aufgezogenen Organisation“.
„Fragt sich nur, ob man die Nazis für ‚aufziehen’ verantwortlich machen darf“, warf mir F. ein. Wir hatten im Sommer 1943 Nachtschicht an derselben Mischtrommel für deutsche Tees, es war eine sehr anstrengende Arbeit, besonders in der Hitze, da wir des furchtbaren Staubes halber Kopf und Gesicht vermummt halten mußten wie die Chirurgen; in den Pausen nahmen wir Brille, Mundtuch und Mützen ab – F. trug ein altes Richterbarett, er war Landgerichtsrat gewesen –, saßen auf einer Kiste und unterhielten uns über Völkerpsychologie, wenn wir nicht die Kriegslage erörterten. Wie alle, die das Judenhaus in der engen Sporergasse bewohnten, ist er in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 zugrunde gegangen.
Von „aufziehen“ also behauptete er, es schon um 1920 in ganz neutraler Bedeutung gehört und gelesen zu haben. „Gleichzeitig mit, und ähnlich wie plakatieren“, sagte er. Ich erwiderte ihm, daß mir „aufziehen“ im neutralen Sinn von damals her nicht bekannt sei und daß mich die gedächtnismäßige Zusammenstellung mit „plakatieren“ doch auf pejorative Tönung schließen lasse. Vor allem aber, und dies ist nun eine Meinung, der ich prinzipiell in allen einschlägigen Reflexionen folge, vor allem komme es mir nie darauf an, die Erstmaligkeit eines Ausdrucks oder einer bestimmten Wortwertung festzustellen, denn das sei doch in den allermeisten Fällen unmöglich, und wenn man den ersten gefunden zu haben meine, der das betreffende Wort gebrauche, so finde sich immer noch ein Vorgänger hinzu. F. möge nur im Büchmann unter „Übermensch“ nachsehen: bis auf die Antike werde das Wort zurückgeführt.
Und ich selbst habe neulich im alten Fontane, im „Stechlin“, einen „Untermenschen“ entdeckt, wo doch die Nazis so stolz auf ihre jüdischen und kommunistischen Untermenschen und das dazugehörige Untermenschentum sind.
Mögen sie ruhig darauf stolz sein, genauso wie Nietzsche trotz berühmter Vorgänger auf seinen Übermenschen stolz sein darf. Denn ein Wort oder eine bestimmte Wortfärbung oder -wertung gewinnen erst da innerhalb einer Sprache Leben, sind erst da wirklich existent, wo sie in den Sprachgebrauch einer Gruppe oder Allgemeinheit eingehen und sich eine Zeitlang darin behaupten. In diesem Sinn ist der „Übermensch“ fraglos Nietzsches Schöpfung, und der „Untermensch“ und das unspöttisch neutrale „aufziehen“ kommen bestimmt auf das Konto des Dritten Reichs.
Wird ihre Zeit mit der des Nazismus abgelaufen sein? Ich bemühe mich darum, bin aber skeptisch.
Diese Notiz arbeitete ich im Januar 1946 aus. Am Tage nach der Fertigstellung hatten wir eine Sitzung des Dresdner Kulturbundes. Ein Dutzend derer, denen durch ihre Wahl besondere Kultiviertheit bezeugt worden ist und die nun also vorbildlich wirken sollen. Es ging um die Veranstaltung einer der jetzt ringsum üblichen Kulturwochen, u. a. um eine Kunstausstellung. Einer der Herren sagte, etliche der für die „Volkssolidarität“ gestifteten und nun in die Ausstellung einzubeziehenden Bilder seien Schinken. Sofort wurde ihm erwidert: „Unmöglich! Wenn wir hier in Dresden eine Kunstausstellung veranstalten, dann müssen wir sie auch groß und unantastbar aufziehen“.

Victor Klemperer, LTI – Notizbuch eines Philologen, Berlin, Aufbau, 1947

Comment s’arrêtera le fonctionnement de cette formidable mâchoire de l’ogre, broyant sans cesse les générations humaines ?

Nous connaissons tous le parvenu qui s’enrichit. Il est gonflé presque toujours par l’orgueil de la fortune et le mépris du pauvre. « En montant à cheval, dit un proverbe turkmène, le fils ne connaît plus son père ! » – « En roulant dans un char, ajoute la sentence hindoue, l’ami cesse d’avoir des amis. » Mais toute une classe qui parvient est bien autrement dangereuse qu’un individu : elle ne permet plus à ses membres isolés d’agir en dehors des instincts, des appétits communs ; elle les entraîne tous dans la même voie fatale. L’âpre marchand qui sait « tondre un œuf » est redoutable ; mais que dire de toute une compagnie d’exploitation moderne, de toute une société capitaliste constituée par actions, obligations, crédit ? Comment faire pour moraliser ces paperasses et ces monnaies ? Comment leur inspirer cet esprit de solidarité envers les hommes qui prépare la voie aux changements de l’état social ? Telle banque composée de purs philanthropes n’en prélèverait pas moins ses commissions, intérêts et gages : elle ignore que des larmes ont coulé sur les gros sous et sur les pièces blanches si péniblement amassés, qui vont s’engouffrer dans les coffres forts à chiffres savants et à centuple serrure. On nous dit toujours d’attendre l’œuvre du temps, qui doit amener l’adoucissement des mœurs et la réconciliation finale ; mais comment ce coffre-fort s’adoucira-t-il, comment s’arrêtera le fonctionnement de cette formidable mâchoire de l’ogre, broyant sans cesse les générations humaines ?
Oui, si le capital, soutenu par toute la ligue des privilégiés, garde immuablement la force, nous serons tous les esclaves de ses machines, de simples cartilages rattachant les dents de fer aux arbres de bronze ou d’acier ; si aux épargnes réunies dans les coffres des banquiers s’ajoutent sans cesse de nouvelles dépouilles gérées par des associés responsables seulement devant leurs livres de caisse, alors c’est en vain que vous feriez appel à la pitié, personne n’entendra vos plaintes. Le tigre peut se détourner de sa victime, mais les livres de banque prononcent des arrêts sans appels ; les hommes, les peuples sont écrasés sous ces pesantes archives, dont les pages silencieuses racontent en chiffre, l’œuvre impitoyable. Si le capital devait l’emporter, il serait temps de pleurer notre âge d’or, nous pourrions alors regarder derrière nous et voir, comme une lumière qui s’éteint, tout ce que la terre eut de doux et de bon, l’amour, la gaieté, l’espérance. L’Humanité aurait cessé de vivre.

Élisée Reclus, L’Évolution, la révolution et l’idéal anarchique, Paris, Stock Éditeurs, 1898, 2. éd., pp. 154-157.