Martin Henkel – Steckrübenwinter (Jürgen Kocka)

Beispiel II: Steckrübenwinter (Jürgen Kocka)

„Im Ersten Weltkrieg kam es zu umfangreichen Lebensmittelunruhen, die in ihrer nicht-klassenspezifischen Zusammensetzung, in ihrer starken Prägung durch Frauen und in ihren Formen sehr an vor- und frühindustrielle Proteste erinnerten. Andere Ausnahmen und Überlappungen wären anzuführen. Doch der generelle Trend war so, wie oben beschrieben.” (1)

An diesen ziemlich unklaren Sätzen lassen sich einige Merkmale der Modernisierungstheorie und speziell der Geschichtsbetrachtung des bekannten Historikers und engagierten Sozialdemokraten Jürgen Kocka erkennen. Allerdings ist es nicht ganz einfach, zu verstehen, was Kocka genau sagen will. Er ringt erkennbar mit der Sprache. Falsch ist offenbar die Form „erinnerten“; Kocka meint, daß die geschilderten Formmerkmale ihn an etwas anderes erinnern.
Warum wären Ausnahmen und Überlappungen anzuführen, sind es aber nicht? Kann man ernsthaft von umfangreichen Unruhen sprechen? Was heißt „nicht-klassenspezifisch“? (Gemeint ist wohl „klassenunspezifisch”.) Gibt es industrielle Proteste? Und warum soll gerade die starke Prägung durch Frauen an solche Proteste erinnern?
Die sprachlichen Schwierigkeiten, mit denen Kocka ringt, rühren offenbar daher, daß er sich hier an der Erkenntnis vorbeizumogeln versucht, daß seine These nichts taugt. Der generelle Trend, den er ausgemacht zu haben glaubt, haut an dieser Stelle einfach nicht hin.
Die Geschichte will die Theorie nicht bestätigen. Der generelle Trend, das ist wohl gemeint, war: von klassenunspezifischen, gewaltförmigen, unorganisierten, oft von Frauen an geleiteten Hungerrevolten zu vor- und frühindustrieller Zeit zu disziplinierten, von der Klassenorganisation der Männer angeleiteten Kundgebungen. Wenn aber 1916/17 etwas geschieht, was längst wegmodernisiert worden sein sollte, dann wird der reale Verlauf der Geschichte offenbar nicht von modernisierungstheoretischen Trends, sondern von ganz anderen Motiven bestimmt, dem Weltkrieg etwa oder dem Hunger. Um die schöne These nicht aufgeben zu müssen, nur weil die Wirklichkeit sich nicht an sie hält, formuliert Kocka ein trotziges „Dennoch“, und dabei geraten ihm Vergangenheit und Gegenwart, Konjunktiv und Indikativ durcheinander. Um die These gegen die Fakten zu verteidigen, bemüht Kocka sich, die bewährten Mittel der Journalisten beim Umgang mit ungeliebten Nachrichten zu imitieren. Mit dem Passiv oder Substantivkonstruktionen mit passivem Sinn (Prägung durch Frauen) kann man der Frage nach dem Urheber einer Aktion ausweichen. Ursachen verschweigt man mit: „Es kam zu …“
Es kam also zu Lebensmittelunruhen. „Lebensmittelunruhen“ sind, obwohl sie „nicht-klassenspezifisch“, also wie Kraut und Rüben zusammengesetzt sind, keine Gemüseaufläufe, sondern eine unglückliche Übersetzung des Begriffs „food riots“. Aus einer Anmerkung, die Kocka an dieser Stelle macht, geht hervor, daß „Bier- und Lebensmittelunruhen“ eng verwandte Phänomene sind. Man kann sich nicht leicht einen grauenvolleren Bindestrich vorstellen. Im Winter 1916/17 haben verzweifelte Frauen, die nicht wußten, wie sie sich und ihre Kinder ernähren sollten, Bäckereien und Gemüsestände geplündert. Ihre Männer konnten ihren prägenden Einfluß nicht ausüben, weil sie gerade klassenunspezifisch im Giftgaskrieg an der Somme beschäftigt waren; die Mehrheit der klassenspezifischen Partei SPD wahrte den Burgfrieden und erließ Durchhalteappelle. Den Modernisierungstheoretiker interessiert aber nicht der Hunger, ihn interessiert auch nicht der Weltkrieg, sondern ihn interessiert allein der Wandel der Protestformen, ein Wandel, der durch Äußerlichkeiten wie Weltkrieg, Hunger und Verzweiflung zeitweilig außer Kraft gesetzt wurde. Und so wird die wilde Verzweiflung der hungernden Frauen für Kocka zu einem Phänomen, das sich umstandslos Wirtshausschlägereien wegen Bierpreiserhöhungen gleichsetzen läßt: „Bier- und Lebensmittelunruhen “.
Das Buch, dem die zitierten Sätze entnommen sind, behandelt eigentlich den Prozeß der Bildung der Arbeiter zur Klasse in den Jahren 1800-1875. Der Sinn dieses Ausblicks auf einen späteren Zeitraum ist also der folgende:
Wäre nicht der Erste Weltkrieg dazwischengekommen, dann hätte in Fortsetzung des 1800-1875 begonnenen Trends die unter der Führung der SPD vereinigte Arbeiterklasse in den Jahren 1914-18 sicher angemessenere, modernere Formen des sozialen Konflikts und seiner Bewältigung gewählt.
Gerade Kockas Bemühen, „die Weberianische Verwendung eines (!) Marx‘schen Klassenbegriffs“ (2) zu etablieren, zeigt, worum es in der Modernisierungstheorie geht: um die Befreiung der Sozialgeschichte von aller Kritik am Kapitalismus und damit um die Reinwaschung der SPD von ihrer antikapitalistischen Vergangenheit. „Es muß möglich sein, von der analytischen Kraft des Klassenbegriffs zu profitieren (!), ohne in die Fallen zu stolpern, die er bereit hält“ (3), dieser hinterlistige Begriff! Dieses „Es muß möglich sein“ klingt wie eine magische Beschwörung oder doch mindestens eine vorindustrielle Protestform. Kocka meint: Ich muß den bei Marx ganz anders verwendeten Klassenbegriff so mit neuem Sinn füllen, daß die unbestreitbare Tatsache, daß die SPD einmal eine Partei der Arbeiterklasse gewesen ist, nicht nur von dem Odium der Nähe zu Sozialismus und gar Kommunismus befreit wird, sondern geradezu als Modernisierungsleistung anzusehen ist.
Kocka, der ein großer Verehrer des Forschers Marx ist, von dem er aber wenig oder nichts gelesen zu haben scheint, kennt natürlich nicht die Problematik des Marxschen Klassenbegriffs. Er weiß nur – oder es interessiert ihn nur – daß der Begriff etwas mit Klassenkampf und mit dem Gegensatz zwischen Lohnarbeit und Kapital zu tun hat. Kocka tut aber weit mehr als er ankündigt. Die Verwendung des Begriffs „Klasse“ hat überhaupt nur Sinn, wenn von mehreren Klassen die Rede ist. Von der Arbeiterklasse zu reden, macht nur Sinn, wenn von mindestens einer anderen Klasse auch die Rede ist. Diesen Gegensatz, der den Sinn des Begriffs Klasse erst konstituiert, vernachlässigt Kocka programmatisch. Das ist der Inhalt der „Weberianischen Verwendung“ eines angeblich Marxschen Klassenbegriffs.
Natürlich leugnet er nicht, daß der soziale Konflikt, daß der soziale Protest sich manchmal im 19. Jahrhundert an Löhnen und Arbeitsbedingungen entzündeten. In einem früheren Werk geht Kocka sogar so weit, von den Ursachen und Folgen „des in der Regel bestimmendsten (!) Konflikts bürgerlicher Gesellschaften auf der Stufe des Hochkapitalismus, des Konflikts zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Bourgeoisie und Proletariat“ zu sprechen. (4) Aber erstens war das noch vor Kockas Bekehrung zum Modernisierungsdogma, und zweitens war er auch damals schon davon überzeugt, daß für die damaligen Kapitalisten „zweifellos … nicht Profit als letzthinniges (!) Ziel obenan“ stand. Profit erstrebten sie nur „als Zeichen und Maßstab des Erfolgs … aus Freude an der Größe ihres Werks, aus Spaß (!) an der Macht und in dem Wissen, daß sie sich so einen Namen machen konnten.“ (5) D.h. aber auch, daß der „Konflikt“ zwischen Kapital und Arbeit keineswegs der ist, den Marx meint, wenn er vom Mehrwert spricht, auch wenn Kocka, als er einmal auf mögliche Gegensätze, Spannungen und Konflikte zwischen Lohnarbeitern und Kapitalisten zu sprechen kommt, mit entwaffnender Naivität anmerkt: „Das Problem ist grundsätzlich (!) in der (!) theoretischen Literatur behandelt, insbesondere (!) bei K. Marx, Das Kapital.“ (6) In der Tat, da ist dieses Problem grundsätzlich behandelt. Bei Kocka kommt keine Mehrwertproduktion, keine Ausbeutung, kein Klassenkampf vor. (7) Es ist der Konflikt als solcher, der sich seine Gegenstände sucht, unter anderem auch den Gegensatz zwischen Lohnarbeit und Kapital. Worin dieser Gegensatz bestehen könnte, ist in dieser Sichtweise eine zweitrangige Frage. Und wie die Kapitalisten nach Kocka nur aus Spaß Profit machen, so sind auch Kockas Arbeiter meistens mit ganz anderen Dingen beschäftigt als mit dem Kampf um den Preis der Arbeitskraft, wenn sie ihren Konflikt mit anderen austragen. Da gibt es Verteilungs-, Herrschafts- und Loyalitätskonflikte. (Wohlgemerkt, nicht etwa „Herrschaft“, was die Frage nach der Knechtschaft stellen würde, sondern Herrschaftskonflikte.) Da wird nicht das Existenzminimum oder der Lebensstandard verteidigt, sondern die „Ehre“ (8) – in Anführungsstrichen, um anzudeuten, wie lächerlich die Ehrpusseligkeit dröger Handwerker dem Historiker erscheint. Treten Arbeiter für kürzere Arbeitszeit ein, dann nicht etwa, weil sie sich gegen Mühe und Leid der Arbeit wehren, sondern weil „sie das Gefühl hatten, daß ihre herkömmlichen Rechte nicht respektiert wurden! (z.B. ihre gewohnheitsrechtlich freien Tage)“. (9) Die Form – daß die freien Tage nur gewohnheitsrechtlich abgesichert waren – verdrängt den Inhalt – daß es sich eben um freie Tage handelte. Einen grundsätzlichen Gegensatz gibt es nicht; die Konflikte entzünden sich an Disfunktionalitäten, die dann immer auch rasch beseitigt werden, wie etwa das „Trucksystem“ (10) oder gar die Kinderarbeit: „Sie wurde zum öffentlich diskutierten und bald (!) gesetzlich bekämpften (!) Skandal, als sie … als Fabrikarbeit auftrat.“ (11) Sie trat auf. Sie wurde bekämpft! Husch, schon vorbei. Ein kleines Mißgeschick.
Kocka möchte eine Klasse ohne Klassenkampf, Klassengegensatz. Gegensatz zur Arbeiterklasse ist also nicht etwa die Kapitalistenklasse, sondern die Arbeiterschaft als Nicht-Klasse. (Damit erklärt sich auch die „Nicht-Klasse“ aus dem anfänglichen Zitat.) „Aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts existierte so etwas wie eine Arbeiterklasse noch kaum.“ (12) Dieser bemerkenswerte Satz gehört zur gattungsspezifischen Chaosschilderung am Beginn jeder modernisierungstheoretischen Darstellung (jedenfalls soweit sie dem Normaltyp entspricht.)
Mit ihm beginnt Kocka seine eigentliche Darstellung nach zwei einleitenden Kapiteln, deren zweites mit der Bemerkung schließt, den Beginn der Klassenbildung auf einen Zeitpunkt zu datieren, sei unmöglich, das Ende zu datieren sei „ähnlich schwer“ wie unmöglich. Was ist „so etwas wie eine (!) Arbeiterklasse“? Kann überhaupt etwas „noch kaum“ existieren? Existieren Klassen überhaupt anderswo denn im gliedernden und systematisierenden Ver-stand?
Ist der eigentliche Sinn des mißglückten und metaphysischen Satzes vielleicht in der sicher richtigen Aussage zu sehen: „Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es noch nicht sehr viele Lohn- oder Industriearbeiter“?
Nein, das ist offenbar nicht gemeint; Kocka meint eine ganz andere Wirklichkeit als die platt historische, soziologische. Der Satz soll nur die Folie darstellen, vor der sich der Prozeß der Klassenbildung entfaltet. Die Arbeiter waren nämlich, wie sich Kocka irrtümlich erinnert irgendwo bei Marx gelesen zu haben (13), schon immer Klasse an sich; um aber Klasse für sich zu werden, müssen sie erst allerlei Schritte unternehmen, deren Beschreibung sich Kocka angelegen sein läßt; an einem vorläufigen Ziel des Wegs von der Klasse an sich zur Klasse für sich scheinen die Arbeiter mit dem Gothaer Vereinigungsparteitag 1875 angekommen zu sein. Die Schritte waren im wesentlichen: Einsicht in die gemeinsame Lage, Einsicht in die Marktabhängigkeit, beides gefördert dadurch, daß gemeinsame Lage und Marktabhängigkeit sich während des entsprechenden Zeitraums weiter ausgebildet haben.
So hätte es weitergehen können, wenn nicht der Weltkrieg und die Frauen mit ihren vor- und frühindustriellen Protesten den Trend behindert hätten … übrigens sind die englischen Arbeiter noch weit von dem Ziel entfernt, das die deutschen nach Kocka schon im Jahre 1875 erreicht hatten: eine Klasse für sich zu werden. Noch immer gibt es dort branchenspezifische Gewerkschaften, werden marktungerechte Arbeitsplätze verteidigt. Noch kürzlich streikten die Arbeiter gewaltförmig und monatelang und auch für Ziele, die konfliktregelungstheoretisch gar nicht vorgesehen sind. Der „westliche Modernisierungsprozeß“ Wehlers, wenigstens in seiner Kockaschen Fassung, scheint nur in Deutschland stattgefunden zu haben. Oder liegt es daran, daß die Modernisierung des englischen Kapitalismus unter Margaret Thatcher eben anders verläuft als die des westdeutschen in der Brandt-Schmidt-Ära?
Auch als historische Legitimationsideologie der sozialliberalen Epoche hat die Modernisierungstheorie deren Ende nicht gut überstanden. Die Aktionen der Stahlarbeiter in Hattingen und Rheinhausen 1987/88 nähren den Zweifel daran, daß der von Kocka für 1800-1875 beschriebene Vorgang in Wirklichkeit überhaupt schon begonnen habe. In einer umfangreichen, dieses Mal aber stark von Männern geprägten Lebensmittelunruhe wurde da das für eine Krupp-Vorstandssitzung hergerichtete Kalte Buffet abgeräumt. Statt ökonomisch rationaler Protestformen gab es ökumenische Gebetsveranstaltungen; keine Spur von Einsicht in die Marktabhängigkeit war festzustellen, wenn die Arbeiter sich gegen jede Evidenz darauf versteiften, Rheinhausen sei der ideale Stahlstandort. Der Staat verzichtete auf sein Gewaltmonopol und ließ zu, daß die Arbeiter stundenlang Brücken sperrten, als lebten wir in einem vor-hochkulturellen Raum, in dem das Faustrecht und heteronome Rechtsfelder gelten. Rührend-sinnlose Mahnwachen wurden abgehalten, ständisches Bewußtsein äußerte sich in vermeintlichen Ansprüchen auf eine Lebensstellung.
Es sei zugestanden, daß das Konzept „Modernisierung“ mit der Vorstellung vereinbar ist, daß es manchmal und mancherorts keine Modernisierung, ja sogar gegenläufige Tendenzen gibt. Da der Augenschein jedoch die neuesten Ausformungen der Arbeiterbewegungen nicht eben als Produkt zweihundertjähriger Modernisierung=Rationalisierung ausweist, ist doch eher daran zu zweifeln, daß das Modernisierungskonzept geeignet ist, als inneres Prinzip der Sozialgeschichte der letzten zweihundert Jahre herzuhalten. Wenn es eine sinnvolle Funktion hat, dann muß sie anderswo zu finden sein.
Die Faszination, die die Modernisierungstheorie auf sozialdemokratische Historiker ausübt, liegt sicher nicht zuletzt darin begründet, daß sie sich selbst auf einer metahistorischen Ebene beweist. Indem die Historiker durch die Anwendung der Modernisierungshypothese auf geschichtliche Ereignisse nachweisen, daß der Sinn dieser Ereignisse Rationalisierung sei, rationalisieren sie selbst die Geschichte, indem sie sie von früheren ideologischen Interpretationen befreien, wie es die SPD auch getan hat. Das Handeln des Historikers selbst wird durch die Strukturidentität unmittelbar dem Sinn der Geschichte gleichgestellt: indem der Historiker der Geschichte den Klassenkampf austreibt, vollzieht er eine Leistung, die den historischen Weg der SPD gleichsam wiederholt. Zugleich wird dabei der Historiker zum Demiurgen der Geschichte: Indem er zeigt, daß der Weg „vom Brauch zum Kalkül“(14), also vom Unbegriffenen, Außengeleiteten zum Verstandenen, Selbstbewußten in der Geschichte aufgezeigt werden kann, holt er selbst die Geschichte aus dem Unbegriffenen ins Selbstbewußte; der Historiker tut, was die Geschichte tut. Das Neue an dieser Geschichtsmetaphysik wird deutlich, wenn man sie einem früheren Versuch gegenüberstellt, die Entideologisierung der SPD historisch zu begründen.

Anmerkungen:

(1) Kocka, Lohnarbeit und Klassenbildung [Arbeiter und Arbeiterbegung in Deutschland 1800-1875, Bonn/Berlin, 1984], S. 157.

(2) aaO., S. 21.

(3) aaO., S. 23.

(4) Kocka, Unternehmer [in der deutschen Industrialisierung, Göttigen, 1975], S. 5.

(5) aaO., S. 90.

(6) Kocka, Lohnarbeit und Klassenbildung, S. 139, Anm. 135. Im Lietarturverzeichnis zu „Unternehmer“ gibt er an: „Marx. K. und Engels., F. Werke, Bd. 1ff. Berlin, 1957ff.“ Das Buch enthält zwei Zitate aus den 40 Bänden, beide sind missverstanden.

(7) Das Wort „Klassenkampf“ spielt für Kocka keine Rolle. Dagegen erscheint merkwürdigerweise der leninistische Begriff „Klassenlinie“, vgl.: Lohnarbeit und Klassenbildung, S. 151 u.ö., aber als Heiratsbarriere, also als Schichtmerkmal. Typisch für Kockas Unverständnis ist folgende Anmerkung: „Interessant, aber zu weitgehend die Formulierung von E.P. Thompson: ‚… ist Klassenkampf (im Vergleich zu Klasse) sowohl der vorgängige als auch der universellere Begriff.‘ (S. 28) Selbstverständlich formuliert Thompson hier nur Marx‘ Ansicht.

(8) Lohnarbeit und Klassenbildung, S. 47.

(9) aaO.

(10) aaO., S. 89.

(11) aaO., S. 117.

(12) aaO., S. 46.

(13) aaO., S. 26.

(14) Blessing, in: Tenfelde/Volksmann, Streiks [Zur Geschichte des Arbeitskampfes in Deutschland während der Industrialisierung, München, 1981], S. 113.

(Martin Henkel, Zunftmißbräuche. „Arbeiterbewegung“ im Merkantilismus, Franfurt/Main-New York, Campus Verlag, 1989, S. 26-32.)


1 Antwort auf „Martin Henkel – Steckrübenwinter (Jürgen Kocka)“


  1. 1 Martin Henkel – Die Zunft der Historiker. Zur Kritik neuerer Geschichtsschreiber der Arbeiterbewegung (1989) « Espace contre ciment Pingback am 01. März 2012 um 12:13 Uhr
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