Franz Pfemfert – Bis zum August 1914 (1918)

INHALT DIESES BUCHES:

Vor-Worte………… 7

Die Deutsche Sozialdemokratie bis 1914
Sedan oder Jena? (1911)…… 11
Das Jena der Ehrlichkeit (1911) … 14
Der Chemnitzer Parteitag (1912) … 18
Die nationale Sozialdemokratie (1913) . . 20
Massenstreik als Kompromiß (1913) . . 22
Die Revolutions G. m. b. H. (1913) . . 24
Das Frankfurter Urteil (1914)….. 26
Zwei Glossen (aus dem Jahre 1912) . . 28

Zur Arbeit der bürgerlichen Pazifisten
Wehrvorlage (1913)…….. 32
Die Berner Pfingstkonferenz (1913) … 34
Die Haager Komödie (1913)….. 36

Bei alltäglichen Anlässen
Er korrigiert die Mütze (1911) …. 40
Das große Sterben (1912)…… 42
Europas Wahnsinn (1912)…… 44
Die Wahnverwandten (1912)….. 46
Kampf der Götter (1912)…… 48
Ein Briefwechsel (1912)……. 50
Die Entrüsteten (1912)……. 52
Die Besessenen (1. August 1914) …. 54

VOR-WORTE

I
Die in diesem Buche zusammengestellten Aufsätze sind nur ein kleiner Teit der Arbeiten, die ich vor dieser Zeit gegen diese Zeit veröffentlichte. Ich bin von den späteren Ereignissen nicht überrascht und nicht widerlegt worden. Jeder Tagesvorfall bis zum August 1914 hatte gezeigt, wie der schauerlichste Menschenplan, der Weltkrieg, seiner Ausführung entgegenging. Aber nichts geschah, das namenlose Grauen, das unsere kleine Erde nun schon vier Jahre lang täglich ertragen muß, zu verhindern. Allwöchentlich versuchte ich durch die „AKTION“, Hindernisse zu organisieren — ich langweilte damit eine Zeitgenossenschaft, die nicht gestört sein wollte in ihrer Gemütlichkeit.

II
Diese Aufsätze sind schon Makulatur gewesen, damals, als sie zum ersten Male erschienen. Selbst die meisten von meinen „Gesinnungsgefährten“ lasen wohl kaum, was ich für sie schrieb, Sie waren froh, ihre Verslein von mir gewertet und gedruckt zu wissen, ihre Novellen, ihre kleinen, eitlen Nichtigkeiten. Das Massengrab wartete; ich warnte; doch sie beguckten sich ihre Bildchen, hörten auf die Literaturphrasen verlogener Karriererevolteure, oder schielten nach den Futterkrippen des Journalismus.

III
Diese Aufsätze werden auch der Gegenwart Makulatur bedeuten.
Wir Wenigen wollen uns hüten, Hoffnungen zu mästen! Gewiß sammeln sich da und dort Kameraden, erwacht da und dort ein Echo. Machen wir uns dennoch nichts vor! Wir haben ganz von vorn zu beginnen! Wir haben jeden Kompromiß brutal abzulehnen, haben gegen eine Welt zu stehen, — und ein Menschenleben ist kurz!
Dennoch, ich sende das Buch hinaus. Stößt es die letzten Zweideutigen aus unserem Kreis, dann hat es seine Aufgabe erfüllt.

Franz Pfemfert

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1 Antwort auf „Franz Pfemfert – Bis zum August 1914 (1918)“


  1. 1 Neues aus den Archiven der radikalen (und nicht so radikalen) Linken « Entdinglichung Pingback am 12. April 2011 um 18:29 Uhr
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