„Wenn ich verzweifelt bin, was geht’s mich an?“ – Gespräch mit Günther Anders (1979)

„Wenn ich verzweifelt bin, was geht’s mich an?“ – Gespräch mit Günther Anders, in: Mathias Greffrath (Hrg.), Die Zerstörung einer Zukunft – Gespräche mit emigrierten Sozialwissenschaftlern, Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt, 1979, S. 19-57.

„Das geht soweit, dass ich ein ‚ontologisch Konservativer‘ bin, denn worauf es heutzutage ankommt, ist ja erst einmal, die Welt zu erhalten, ganz gleich wie sie ist. Dann erst können wir sehen, ob wir sie verbessern können. Es gibt den berühmten Ausspruch von Marx: ‚Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern‘. Aber das reicht nicht mehr. Heute genügt es nicht, die Welt zu verändern, es kommt darauf an, sie erst einmal zu bewahren. Dann wollen wir sie verändern, und sehr, sogar revolutionär. Aber erst einmal müssen wir in einem echten Sinne konservativ sein, in einem Sinne konservativ, wie kein sich konservativ nennender Mann es zugeben würde.“ (S. 49)

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