Guy Debord – Die Raumordnung [L’aménagement du territoire]

„Und wer Herr einer bisher freien Stadt wird und sie nicht vernichtet, mag darauf gefaßt sein, von ihr vernichtet zu werden. Denn die Bürger können sich bei einer Empörung stets auf ihre Freiheit und alte Verfassung berufen, welche weder die Zeit noch empfangene Wohltaten in ihrem Gedächtnis auszulöschen vermögen. Was für Maßregeln und Verkehrungen auch der Eroberer trifft: wenn er die Einwohner nicht auseinanderreißt und zerstreut, vergessen sie ihre Freiheit und Verfassung nie ?“

Machiavelli (Der Fürst).

165.
Die kapitalistische Produktion hat den Raum vereinheitlicht, der von keinen Außengesellschaften mehr begrenzt ist. Diese Vereinheitlichung ist zugleich ein extensiver und intensiver Prozeß der Banalisierung. So wie die Akkumulation der für den abstrakten Raum des Marktes in Serie produzierten Waren alle regionalen und gesetzlichen Schranken und alle korporativen Beschränkungen des Mittelalters, die die Qualität der handwerksmäßigen Produktion aufrechterhielten, brechen mußte, mußte sie auch die Autonomie und die Qualität der Orte auflösen. Diese Macht der Homogenisierung ist die schwere Artillerie, die alle chinesischen Mauern in den Grund geschossen hat.

166.
Um immer identischer mit sich selbst zu werden, um sich der unbeweglichen Eintönigkeit möglichst weit zu nähern, wird der freie Raum der Ware nunmehr ständig verändert und wiederaufgebaut.

167.
Diese Gesellschaft, die die geographische Entfernung abschafft, nimmt im Inneren die Entfernung als spektakuläre Trennung wieder auf.

168.
Das Nebenprodukt der Warenzirkulation, die als Konsum betrachtete menschliche Zirkulation, d.h. der Tourismus, läßt sich im wesentlichen auf die Muße zurückführen, das zu besichtigen, was banal geworden ist. Die wirtschaftliche Erschließung des Besuchs verschiedener Orte ist bereits von selbst die Garantie ihrer Äquivalenz. Dieselbe Modernisierung, die der Reise die Zeit entzogen hat, hat ihr auch die Realität des Raums entzogen.

169.
Die Gesellschaft, die ihre ganze Umgebung modelliert, hat sich eine spezielle Technik geschaffen, um die konkrete Basis dieser Aufgabengruppe zu bearbeiten: ihr Territorium selbst. Der Urbanismus ist diese Inbesitznahme der natürlichen und menschlichen Umwelt durch den Kapitalismus, der, indem er sich logisch zur absoluten Herrschaft entwickelt, jetzt das Ganze des Raums als sein eigenes Bühnenbild umarbeiten kann und muß.

170.
Das kapitalistische Erfordernis, das im Urbanismus als sichtbarer Vereisung des Lebens befriedigt wird, kann – mit Hegelschen Worten gesagt – als die absolute Vorherrschaft „des ruhigen Nebeneinander des Raums“ über „das unruhige Werden im Nacheinander der Zeit“ ausgedrückt werden.

171.
Wenn alle technischen Kräfte der kapitalistischen Wirtschaft als trennungschaffende Kräfte zu verstehen sind, handelt es sich im Fall des Urbanismus um die Ausrüstung ihrer allgemeinen Basis, um die Bearbeitung des für ihre Entfaltung geeigneten Bodens; um die Technik der Trennung selbst.

172.
Der Urbanismus ist die moderne Ausführung der ununterbrochenen Aufgabe, die die Klassenherrschaft sicherstellt: die Aufrechterhaltung der Atomisierung der Arbeiter, die durch die städtischen Produktionsbedingungen gefährlich zusammengebracht worden waren. Der ständige Kampf, der gegen alle Aspekte dieser Möglichkeit der Begegnung geführt werden mußte, findet im Urbanismus sein bevorzugtes Feld. Die Bemühung aller etablierten Mächte seit den Erfahrungen der französischen Revolution, die Mittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung in den Straßen zu vermehren, gipfelt schließlich in der Abschaffung der Straße. „Mit den Massenkommunikationsmitteln über große Entfernungen hat sich herausgestellt, daß die Isolierung der Bevölkerung ein viel wirksameres Mittel der Kontrolle ist“, stellt Lewis Mumford in The City in History fest, wo er eine „von nun an bestehende Einbahnwelt“ beschreibt. Aber die allgemeine Isolierungsbewegung, die die Realität des Urbanismus ist, muß auch eine kontrollierte Wiedereingliederung der Arbeiter nach den planbaren Erfordernissen der Produktion und des Konsums enthalten. Die Integration in das System muß die isolierten Individuen als gemeinsam isolierte Individuen wieder in Besitz nehmen: die Betriebe wie die Kulturzentren, die Feriendörfer wie die großen Wohnsiedlungen sind speziell für die Ziele dieser Pseudogemeinschaftlichkeit organisiert, die das vereinzelte Individuum auch in die Familienzelle begleitet: die verallgemeinerte Verwendung von Empfängern der Spektakelbotschaft bewirkt, daß seine Vereinzelung von den herrschenden Bildern bevölkert wird, von Bildern, die erst durch diese Vereinzelung ihre volle Macht erreichen.

173.
Zum ersten Mal ist eine neue Architektur, die in jeder früheren Epoche der Befriedigung der herrschenden Klassen vorbehalten war, direkt den Armen zugedacht. Das formale Elend und die riesenhafte Ausdehnung dieser neuen Wohnungserfahrung sind die Folge ihres Massencharakters, den sowohl ihre Bestimmung als auch die modernen Konstruktionsbedingungen einschließen. Die autoritäre Entscheidung, die abstrakt den Raum zu einem Raum der Abstrakten anordnet, steht natürlich im Zentrum dieser modernen Konstruktionsbedingungen. Die gleiche Architektur erscheint überall dort, wo die Industrialisierung der in dieser Hinsicht zurückgebliebenen Länder beginnt, als der neuen gesellschaftlichen Existenzweise – die es dort ansässig zu machen gilt – adäquates Terrain. Die überschrittene Wachstumsschwelle der materiellen Macht der Gesellschaft und die Verzögerung der bewußten Beherrschung dieser Macht treten im Urbanismus genauso offen zu Tage wie in den Fragen der thermonuklearen Bewaffnung und der Geburtenfrequenz – und im letzteren Fall geht es so weit, daß die Möglichkeit einer Manipulation der Erblichkeit bereits erreicht worden ist.

174.
Der gegenwärtige Moment ist bereits derjenige der Selbstzerstörung des städtischen Milieus. Die Zersplitterung der Städte auf das Land, das durch „formlose Massen städtischer Überbleibsel“ (Lewis Mumford) überwachsen wird, wird unmittelbar von den Erfordernissen des Konsums geleitet. Die Diktatur des Automobils, des Schrittmacherproduktes der ersten Phase des Warenüberflusses, hat sich durch die Herrschaft der Autobahn, die die alten Zentren sprengt und eine immer mehr geförderte Versprengung gebietet, in das Gelände eingeprägt. Zugleich polarisieren sich vorübergehend die Momente der unvollendeten Reorganisation des städtischen Gefüges um die „Distributionsfabriken“ herum, um die riesigen Supermarkets, die auf dem nackten Gelände, auf einem Parkplatz-Sockel, errichtet sind; und diese Tempel des überstürzten Konsums fliehen selbst in der zentrifugalen Bewegung, die sie wieder abstößt, sobald sie ihrerseits zu überlasteten Sekundärzentren geworden sind, weil sie zu einer teilweisen Neuzusammensetzung der Ballung geführt haben. Aber die technische Organisation des Konsums steht lediglich im Vordergrund der allgemeinen Auflösung, die die Stadt auf diese Weise dahingebracht hat, daß sie sich selbst konsumiert.

175.
Die Wirtschaftsgeschichte, die sich ganz und gar um den Gegensatz Stadt – Land herum entwickelt hat, hat eine Erfolgsstufe erreicht, die die beiden Seiten gleichzeitig vernichtet. Die heutige Lähmung der gesamten geschichtlichen Entwicklung zugunsten der alleinigen Fortsetzung der selbständigen Bewegung der Wirtschaft macht den Moment, in dem die Stadt und das Land zu verschwinden beginnen, nicht zur Aufhebung ihrer Entzweiung, sondern zu ihrem gleichzeitigen Zusammenbruch. Die gegenseitige Abnutzung der Stadt und des Landes, das Produkt des Versagens der geschichtlichen Bewegung, durch die die bestehende städtische Wirklichkeit überwunden werden sollte, erscheint in der eklektischen Mischung ihrer zerlegten Bestandteile, die die in der Industrialisierung fortgeschrittensten Zonen überdeckt.

176.
Die Weltgeschichte ist in den Städten entstanden, und sie ist in dem Moment des entscheidenden Sieges der Stadt über das Land mündig geworden. Marx sieht es als eines der größten revolutionären Verdienste der Bourgeoisie an, daß „sie das Land der Herrschaft der Stadt unterworfen hat“, deren Luft freimacht. Aber wenn die Geschichte der Stadt die Geschichte der Freiheit ist, so war sie auch die Geschichte der Tyrannei, der staatlichen Verwaltung, die das Land und die Stadt selbst kontrolliert. Die Stadt konnte bisher nur der Kampfplatz der geschichtlichen Freiheit sein und nicht deren Besitz. Die Stadt ist das Milieu der Geschichte, weil sie zugleich Konzentration der gesellschaftlichen Macht, die das geschichtliche Unternehmen möglich macht, und Bewußtsein der Vergangenheit ist. Die gegenwärtige Tendenz zur Liquidierung der Stadt äußert daher nur auf eine andere Weise die Verzögerung bei der Unterordnung der Wirtschaft unter das geschichtliche Bewußtsein und bei einer Vereinigung der Gesellschaft, die die Mächte wieder ergreift, die sich von ihr abgehoben haben.

177.
„Das Land bringt gerade die entgegengesetzte Tatsache, die Isolierung und Vereinzelung, zur Anschauung“ (Die deutsche Ideologie). Der Urbanismus, der die Städte zerstört, baut ein neues Pseudo-Land auf, in dem die natürlichen Verhältnisse des alten Landes genauso wie die direkten und direkt in Frage gestellten gesellschaftlichen Verhältnisse der geschichtlichen Stadt verloren sind. Eine neue künstliche Bauernschaft wird durch die Bedingungen der Siedlung und der spektakulären Kontrolle in dem heutigen „geordneten Raum“ geschaffen: die Verstreuung im Raum und die bornierte Mentalität, die stets die Bauernschaft daran gehindert haben, eine unabhängige Aktion zu unternehmen und sich als schöpferische geschichtliche Macht zu behaupten, bilden wieder die Merkmale der Produzenten – und die Bewegung einer Welt, die sie selbst erzeugen, bleibt ihnen genauso unerreichbar, wie es der natürliche Rhythmus der Arbeiten für die Agrargesellschaft war. Aber wenn diese Bauernschaft, die die unerschütterliche Basis des „orientalischen Despotismus“ war und deren Zersplitterung selbst nach der bürokratischen Zentralisierung rief, als Produkt der Wachstumsbedingungen der modernen staatlichen Bürokratisierung wieder auftaucht, muß ihre Apathie diesmal geschichtlich erzeugt und erhalten worden sein; die natürliche Unwissenheit hat dem organisierten Spektakel des Irrtums Platz gemacht. Die „neuen Städte“ der technologischen Pseudobauernschaft prägen in das Terrain deutlich den Bruch mit der geschichtlichen Zeit ein, auf die sie aufgebaut sind; ihr Motto kann lauten: „Hier selbst wird nie etwas geschehen und hier ist nie etwas geschehen“. Weil die Geschichte, die es in den Städten zu befreien gilt, in ihnen noch nicht befreit worden ist, gerade darum beginnen die Kräfte der geschichtlichen Abwesenheit, ihre eigene exklusive Landschaft zusammenzustellen.

178.
Die Geschichte, die diese dämmernde Welt bedroht, ist auch die Kraft, die der erlebten Zeit den Raum unterwerfen kann. Die proletarische Revolution ist diese Kritik der menschlichen Geographie, durch die die Individuen und die Gemeinschaften die Landschaften und die Ereignisse konstruieren müssen, die der Aneignung nicht mehr nur ihrer Arbeit, sondern ihrer gesamten Geschichte entsprechen. In diesem bewegten Raum des Spiels und der freigewählten Variationen der Spielregeln kann die Autonomie des Ortes wiedergefunden werden, ohne eine neue ausschließende Bindung an den Boden einzuführen, und dadurch die Wirklichkeit der Reise und des als Reise verstandenen Lebens zurückbringen, einer Reise, die in sich selbst all ihren Sinn hat.

179.
Die größte revolutionäre Idee über den Urbanismus ist selbst weder urbanistisch noch technologisch oder ästhetisch. Es ist die Entscheidung, den Raum nach den Bedürfnissen der Macht der Arbeiterräte, der anti-staatlichen Diktatur des Proletariats, des vollstreckbaren Dialogs vollständig wiederaufzubauen. Und die Macht der Räte, die nur wirklich sein kann, wenn sie die Totalität der bestehenden Bedingungen verändert, wird sich, wenn sie anerkannt werden will und sich selbst in ihrer Welt erkennen will, keine geringere Aufgabe stellen können.

Aus: Die Gesellschaft des Spektakels (1967)

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L’aménagement du territoire

«Et qui devient Seigneur d’une cité accoutumée à vivre libre et ne la détruit point, qu’il s’attende d’être détruit par elle, parce qu’elle a toujours pour refuge en ses rébellions le nom de la liberté et ses vieilles coutumes, lesquelles ni par la longueur du temps ni pour aucun bienfait ne s’oublieront jamais. Et pour chose qu’on y fasse ou qu’on y pourvoie, si ce n’est d’en chasser ou d’en disperser les habitants, ils n’oublieront point ce nom ni ces coutumes…»
Machiavel, Le Prince.

165
La production capitaliste a unifié l’espace, qui n’est plus limité par des sociétés extérieures. Cette unification est en même temps un processus extensif et intensif de banalisation. L’accumulation des marchandises produites en série pour l’espace abstrait du marché, de même qu’elle devait briser toutes les barrières régionales et légales, et toutes les restrictions corporatives du moyen âge qui maintenaient la qualité de la production artisanale, devait aussi dissoudre l’autonomie et la qualité des lieux. Cette puissance d’homogénéisation est la grosse artillerie qui a fait tomber toutes les murailles de Chine.

166
C’est pour devenir toujours plus identique à lui-même, pour se rapprocher au mieux de la monotonie immobile, que l’espace libre de la marchandise est désormais à tout instant modifié et reconstruit.

167
Cette société qui supprime la distance géographique recueille intérieurement la distance, en tant que séparation spectaculaire.

168
Sous-produit de la circulation des marchandises, la circulation humaine considérée comme une consommation, le tourisme, se ramène fondamentalement au loisir d’aller voir ce qui est devenu banal. L’aménagement économique de la fréquentation de lieux différents est déjà par lui-même la garantie de leur équivalence. La même modernisation qui a retiré du voyage le temps, lui a aussi retiré la réalité de l’espace.

169
La société qui modèle tout son entourage a édifié sa technique spéciale pour travailler la base concrète de cet ensemble de tâches : son territoire même. L’urbanisme est cette prise de possession de l’environnement naturel et humain par le capitalisme qui, se développant logiquement en domination absolue, peut et doit maintenant refaire la totalité de l’espace comme son propre décor.

170
La nécessité capitaliste satisfaite dans l’urbanisme, en tant que glaciation visible de la vie, peut s’exprimer — en employant des termes hégéliens — comme la prédominance absolue de «la paisible coexistence de l’espace» sur «l’inquiet devenir dans la succession du temps».

171
Si toutes les forces techniques de l’économie capitaliste doivent être comprises comme opérant des séparations, dans le cas de l’urbanisme on a affaire à l’équipement de leur base générale, au traitement du sol qui convient à leur déploiement ; à la technique même de la séparation.

172
L’urbanisme est l’accomplissement moderne de la tâche ininterrompue qui sauvegarde le pouvoir de classe : le maintien de l’atomisation des travailleurs que les conditions urbaines de production avaient dangereusement rassemblés. La lutte constante qui a dû être menée contre tous les aspects de cette possibilité de rencontre trouve dans l’urbanisme son champ privilégié. L’effort de tous les pouvoirs établis, depuis les expériences de la Révolution française, pour accroître les moyens de maintenir l’ordre dans la rue, culmine finalement dans la suppression de la rue. «Avec les moyens de communication de masse sur de grandes distances, l’isolement de la population s’est avéré un moyen de contrôle beaucoup plus efficace», constate Lewis Mumford dans La Cité à travers l’histoire. Mais le mouvement général de l’isolement, qui est la réalité de l’urbanisme, doit aussi contenir une réintégration contrôlée des travailleurs, selon les nécessités planifiables de la production et de la consommation. L’intégration au système doit ressaisir les individus en tant qu’individus isolés ensemble : les usines comme les maisons de la culture, les villages de vacances comme les «grands ensembles», sont spécialement organisés pour les fins de cette pseudo-collectivité qui accompagne aussi l’individu isolé dans la cellule familiale : l’emploi généralisé des récepteurs du message spectaculaire fait que son isolement se retrouve peuplé des images dominantes, images qui par cet isolement seulement acquièrent leur pleine puissance.

173
Pour la première fois une architecture nouvelle, qui à chaque époque antérieure était réservée à la satisfaction des classes dominantes, se trouve directement destinée aux pauvres. La misère formelle et l’extension gigantesque de cette nouvelle expérience d’habitat proviennent ensemble de son caractère de masse, qui est impliquée à la fois par sa destination et par les conditions modernes de construction. La décision autoritaire, qui aménage abstraitement le territoire en territoire de l’abstraction, est évidemment au centre de ces conditions modernes de construction. La même architecture apparaît partout où commence l’industrialisation des pays à cet égard arriérés, comme terrain adéquat au nouveau genre d’existence sociale qu’il s’agit d’y implanter. Aussi nettement que dans les questions de l’armement thermonucléaire ou de la natalité — ceci atteignant déjà la possibilité d’une manipulation de l’hérédité — le seuil franchi dans la croissance du pouvoir matériel de la société, et le retard de la domination consciente de ce pouvoir, sont étalés dans l’urbanisme.

174
Le moment présent est déjà celui de l’autodestruction du milieu urbain. L’éclatement des villes sur les campagnes recouvertes de «masses informes de résidus urbains» (Lewis Mumford) est, d’une façon immédiate, présidé par les impératifs de la consommation. La dictature de l’automobile, produit-pilote de la première phase de l’abondance marchande, s’est inscrite dans le terrain avec la domination de l’autoroute, qui disloque les centres anciens et commande une dispersion toujours plus poussée. En même temps, les moments de réorganisation inachevée du tissu urbain se polarisent passagèrement autour des «usines de distribution» que sont les supermarkets géants édifiés sur terrain nu, sur un socle de parking ; et ces temples de la consommation précipitée sont eux-mêmes en fuite dans le mouvement centrifuge, qui les repousse à mesure qu’ils deviennent à leur tour des centres secondaires surchargés, parce qu’ils ont amené une recomposition partielle de l’agglomération. Mais l’organisation technique de la consommation n’est qu’au premier plan de la dissolution générale qui a conduit ainsi la ville à se consommer elle-même.

175
L’histoire économique, qui s’est tout entière développée autour de l’opposition ville-campagne, est parvenue à un stade de succès qui annule à la fois les deux termes. La paralysie actuelle du développement historique total, au profit de la seule poursuite du mouvement indépendant de l’économie, fait du moment où commencent à disparaître la ville et la campagne, non le dépassement de leur scission, mais leur effondrement simultané. L’usure réciproque de la ville et de la campagne, produit de la défaillance du mouvement historique par lequel la réalité urbaine existante devrait être surmontée, apparaît dans ce mélange éclectique de leurs éléments décomposés, qui recouvre les zones les plus avancées de l’industrialisation.

176
L’histoire universelle est née dans les villes, et elle est devenue majeure au moment de la victoire décisive de la ville sur la campagne. Marx considère comme un des plus grands mérites révolutionnaires de la bourgeoisie ce fait qu’«elle a soumis la campagne à la ville», dont l’air émancipe. Mais si l’histoire de la ville est l’histoire de la liberté, elle a été aussi celle de la tyrannie, de l’administration étatique qui contrôle la campagne et la ville même. La ville n’a pu être encore que le terrain de lutte de la liberté historique, et non sa possession. La ville est le milieu de l’histoire parce qu’elle est à la fois concentration du pouvoir social, qui rend possible l’entreprise historique, et conscience du passé. La tendance présente à la liquidation de la ville ne fait donc qu’exprimer d’une autre manière le retard d’une subordination de l’économie à la conscience historique, d’une unification de la société ressaisissant les pouvoirs qui se sont détachés d’elle.

177
«La campagne montre justement le fait contraire, l’isolement et la séparation» (Idéologie allemande). L’urbanisme qui détruit les villes reconstitue une pseudo-campagne, dans laquelle se sont perdus aussi bien les rapports naturels de la campagne ancienne que les rapports sociaux directs et directement mis en question de la ville historique. C’est une nouvelle paysannerie factice qui s’est recréée par les conditions d’habitat et de contrôle spectaculaire dans l’actuel «territoire aménagé» : l’éparpillement dans l’espace et la mentalité bornée, qui ont toujours empêché la paysannerie d’entreprendre une action indépendante et de s’affirmer comme puissance historique créatrice, redeviennent la caractérisation des producteurs — le mouvement d’un monde qu’ils fabriquent eux-mêmes restant aussi complètement hors de leur portée que l’était le rythme naturel des travaux pour la société agraire. Mais quand cette paysannerie, qui fût l’inébranlable base du «despotisme oriental», et dont l’émiettement même appelait la centralisation bureaucratique, reparaît comme produit des conditions d’accroissement de la bureaucratisation étatique moderne, son apathie a dû être maintenant historiquement fabriquée et entretenue ; l’ignorance naturelle a fait place au spectacle organisé de l’erreur. Les «villes nouvelles» de la pseudo-paysannerie technologique inscrivent clairement dans le terrain la rupture avec le temps historique sur lequel elles sont bâties ; leur devise peut être : «Ici même, il n’arrivera jamais rien, et rien n’y est jamais arrivé.» C’est bien évidemment parce que l’histoire qu’il faut délivrer dans les villes n’y a pas été encore délivrée, que les forces de l’absence historique commencent à composer leur propre paysage exclusif.

178
L’histoire qui menace ce monde crépusculaire est aussi la force qui peut soumettre l’espace au temps vécu. La révolution prolétarienne est cette critique de la géographie humaine à travers laquelle les individus et les communautés ont à construire les sites et les événements correspondant à l’appropriation, non plus seulement de leur travail, mais de leur histoire totale. Dans cet espace mouvant du jeu, et des variations librement choisies des règles du jeu, l’autonomie du lieu peut se retrouver, sans réintroduire un attachement exclusif au sol, et par là ramener la réalité du voyage, et de la vie comprise comme un voyage ayant en lui-même tout son sens.

179
La plus grande idée révolutionnaire à propos de l’urbanisme n’est pas elle-même urbanistique, technologique ou esthétique. C’est la décision de reconstruire intégralement le territoire selon les besoins du pouvoir des Conseils de travailleurs, de la dictature anti-étatique du prolétariat, du dialogue exécutoire. Et le pouvoir des Conseils, qui ne peut être effectif qu’en transformant la totalité des conditions existantes, ne pourra s’assigner une moindre tâche s’il veut être reconnu et se reconnaître lui-même dans son monde.

G. Debord, La société du spectacle (1967)


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