Hans Paasche – Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland, geschildert in Briefen Lukanga Mukaras an den König Ruoma (1912/1913)

Hans Paasche (1881-1920) begann als Marineoffizier und war später bei der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika. An Malaria erkrankt kehrte er zurück nach Deutschland, seine Hochzeitsreise verbrachte er wieder am Victoriasee, seine Frau war die erste Europäerin an den Quellen des Nils. Danach entfernte er sich immer weiter vom Establishment, warb für Frauenrecht und Pazifismus, unterstützte den Tierschutz und war einer der Wortführer der Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner 1913. Am 21. Mai 1920 wurde er von rechtsgerichteten regierungnahen Truppen der Freikorps auf seinem eigenen Grundstück beim Fischen vor den Augen seiner Kinder „auf der Flucht erschossen“.
In der Forschungsreise des Afrikaners Lukanga übt Paasche eine Zivilisationskritik aus den Augen eines Naturvolkes. „Der fremde Mann legt an die Zustände in Deutschland seinen Maßstab. Was uns gewohnt erscheint, fällt ihm auf. Seine Beobachtungsgabe und die Nacktheit seines Urteils bringen es mit sich, daß er bedeutend über Dinge sprechen kann, denen wir selbst gar nicht einmal unbefangen gegenüberstehen können.“ – Hans Paasche, aus dem Vorwort.

Es gibt ueberhaupt keinen Sungu [= Weißer], der es nicht eilig hat […]. Sie arbeiten alle, weil sie Geld haben wollen. Und wenn sie Geld haben, benutzen sie es nicht dazu, sich Glueck zu verschaffen, was ja nichts kosten wuerde, sondern sie lassen sich von anderen, die Geld gewinnen wollen, einreden, sie muessten, um gluecklich zu sein, alle moeglichen Dinge kaufen, Dinge, die ganz unnuetz sind und da gemacht werden, wo der Rauch aufsteigt. [Die Forschungsreise… (Aufl. 1920) S. 17]