Keine Partei- und Gewerkschaftsbonzen – Anarcho-Syndikalismus in der Weimarer Republik

„Familientreffen“ Berliner FAUD-Mitglieder und ihrer Angehörigen
(ca. zweite Hälfte der 20er Jahre)

Der „kurze Sommer der Anarchie“, wie Hans Magnus Enzensberger ihn nannte, war in Deutschland noch kürzer als in Spanien. Nach dem Ersten Weltkrieg gewannen Anarcho-Syndikalisten in der deutschen Arbeiterbewegung an Bedeutung. Sie lehnten Hierarchien und Parteien ab und verbanden eine revolutionäre Grundhaltung mit striktem Anti-Zentralismus. 1921 hatte die Freie-Arbeiter-Union Deutschlands mehr als 150.000 Mitglieder. Sie waren aktiv in der Rätebewegung, betrieben Jugend- und Frauenorganisationen, eine Büchergilde, Kulturvereine und sogar eine Schutzhütte für Wanderer im Thüringer Wald, die Bakunin-Hütte. Zeitzeugen bringen Farbe in die Erläuterungen von Historikern, die sich nur sehr zögernd mit diesem Zweig der Arbeiterbewegung beschäftigen.

Eine Sendung von Rolf Cantzen (SWR2 13.03.2009)

25 Min.
12 MB (mp3)

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