Avantgarde und Anarchismus. Dada in Zürich und Berlin

Hubert van den Berg, Avantgarde und Anarchismus. Dada in Zürich und Berlin, Heidelberg, Winter, 1999.
https://repozytorium.amu.edu.pl/jspui/handle/10593/8464

Nervositäten. Vorahnung und Überdruss: Die Dämmerung zum Ersten Weltkrieg

Die herbeigesehnte Katastrophe

Wie die Welt in den Weltkrieg rannte

Von Guillaume Paoli

Viele ahnten, dass ein „Weltenbrand“ bevorstand, doch sie wollten es nicht wahrhaben: Die Kriegserklärung kam für sie wie ein Donnerschlag. Dabei kündigte sich der Krieg durchaus an. Guillaume Paoli hat es nachgezeichnet.

„Unsere politische Ansicht hatte nicht ausgereicht, die Notwendigkeit der europäischen Katastrophe zu erkennen“ schreibt Thomas Mann 1914 – und betont, dass sie – diese Katastrophe des Ersten Weltkrieges – dennoch „auf irgend eine Weise ersehnt“ war – aus dem Wissen heraus, „dass es so mit der Welt, mit unserer Welt nicht mehr weitergehe.“ Eine seltsam ambivalente Aussage.

Sie entspricht einer damals – im Vorfeld des Ersten Weltkrieges – weit verbreiteten Stimmung, einer immer drückender werdenden Atmosphäre. Jeder wußte, dass „ein Weltenbrand“ bevorstand, viele fürchteten ihn – und niemand schien wirklich daran glauben zu wollen. Die Unzufriedenheit mit der Gegenwart stand im Vordergrund – und zwar aus so gegensätzlichen Gründen, dass sich daran heute ein grundlegender kultureller Konflikt ablesen läßt. Für die einen war das Leben festgefahren in überkommenen Schablonen. Ausbruch hieß ihre Hoffnung. Und diejenigen, die die Dekadenz der Gegenwart kritisierten, nachdem erstmals die schädlichen Nebenwirkungen des Fortschritts offenbar wurden, wollten diesem Leben ebenfalls mit Feuer und Schwert zu Leibe zu rücken.

„Läuterung durch Feuer“ hieß eine der Heilserwartungen. Was da in der Luft lag, läßt sich aus einer Vielzahl von Texten destillieren. Sie machen deutlich, dass die Kriegserklärung im August 1914 eben nicht als der Donnerschlag kam, als der sie immer beschrieben wird. Das Wetterleuchten voller nervöser Blitze war längst im Gang. Guillaume Paoli hat eine Vielzahl von Zeugnissen dazu zusammengetragen.

„Nervositäten. Vorahnung und Überdruss: Die Dämmerung zum Ersten Weltkrieg“

Es sprechen: Frank Arnold, Günther Harder, Manuel Harder, Birgit Unterweger, Katrin Schumacher und Cordelia Wege

Regie: Klaus-Michael Klingsporn

Dramaturgische Beratung: Katrin Schumacher

Ton: Martin Eichberg

Redaktion: Barbara Wahlster

Zum Nachhören bis zum 2. März, auf Deutschlandradio Kultur

MP3

Re­cour­ir au « peu à peu » du chan­ge­ment… cela suscite l’ennui propre à la tautologie

Ce qui sous-tend le « peu à peu » de la venue à l’être, c’est qu’on se représente la chose venant à l’être comme déjà donnée de façon sensible ou, généralement parlant, actuelle, sauf que sa petitesse la rend encore imperceptible; de même pour le « peu à peu » de la disparition, on pense que le non-être, ou l‘autre, qui remplace le premier, est pareillement déjà présent, sauf qu’il n’est pas encore décelable ; — et, notons-le, « donné » n’est pas pris au sens où l’un serait implicitement contenu en l’autre, mais au sens où il serait donné comme être-là, à ceci près qu’il ne serait pas décelable. Par là, venue à l’être et cessation d’être généralement parlant sont supprimées; ou si, l’on veut, l’en-soi, l’intérieur, en quoi est quelque chose avant d’être-là est transformé en une petitesse de l’être-là extérieur et la différence essentielle ou conceptuelle est transformée en une différence extérieure, une pure différence de grandeur. — Recourir au « peu à peu » du changement pour faire concevoir comment une chose vient à l‘être ou cesse d’être, cela suscite l’ennui propre à la tautologie; on a la nouvelle chose déjà toute prête à l’avance, et l’on fait du changement une simple modification d’une différence extérieure, moyennant quoi il n’est effectivement qu’une tautologie. Pour un tel entendement qui veut concevoir, la difficulté réside dans le passage qualitatif de quelque chose à son « autre » généralement parlant et plus précisément à son opposé; au lieu de cela, il fait miroiter devant lui-même l’identité et le changement en tant que changement indifférent et extérieur du quantitatif.

Hegel, Théorie de la mesure (trad. André Droz, 1970)

I Could Not Shift the Shadow

Narzissmus-Entziehungskur I

Das leben, das uns geliehen ist, an dessen Grenzen nicht bloß nach der Zukunft hin, sondern auch nach der Vergangenheit hin, für die Zeit vor der Geburt, ein Leben der Welt steht, bei dem wir als dieses Einzelwesen, das wir sind, nicht dabei sind, dieses Leben müssen wir ausfüllen mit unserem besten Wesen. Es liegt alles in dem wunderbaren Spruch, der aus dem deutschen Mittelalter überliefert ist:

Ich komme, ich weiß nicht, woher,
Ich fahre, ich weiß nicht, wohin,
Weiß nicht, warum ich so fröhlich bin.

Nur dadurch, daß wir dieses dritte Weiß-nicht in ein Wissen verwandeln; indem wir unser Leben zur Aufgabe wandeln, die wir uns selbst setzen, finden wir auch Beruhigung und Wissen über das Woher und Wohin. Diese Aufgabe hat aber gar nichts mit Ehrgeiz oder äußeren Erfolgen zu tun; wie könnte jedes Menschenkind berufen sein, ein Ausnahmemensch zu sein? Darauf kommt gar nichts an. Unsere Aufgabe ist, gut zu sein; anzuerkennen, durch die Tat und den stillen Umgang im Kleinen und Täglichen, daß die Menschen und alles, was Leben hat, uns nicht als Gegenstände für unseren Genuß gegeben sind, sondern als solche, die in allem Wesentlichen gerade so beseelt sind wie wir.

(Brief von G. Landauer an Gudula Landauer, 30. September 1918 – Gustav Landauer – Sein Lebensgang in Briefen, II, S. 263ff.)



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